Umgehung
Ruderatshofen sieht sich mit Bebauungsplan unter Druck

Mit dem weiteren Vorgehen bezüglich der Ortsumgehung ist die Gemeinde Ruderatshofen zwar nicht gänzlich unzufrieden, richtig glücklich war der Gemeinderat mit der Entscheidung des Landkreises aber nicht. Wie berichtet kommt der Landkreis beim Grunderwerb für einen Neubau der Kreisstraße östlich um das Dorf herum nicht so voran, dass eine Verwirklichung in greifbarer Nähe ist. Daher, so berichtete Bürgermeister Johann Stich aus dem Kreisausschuss, lässt der Landkreis nun eine Sanierung der maroden Brücken auf der alten Trasse prüfen. Gleichzeitig legte der Kreis der Gemeinde nahe, für die Umgehung einen Bebauungsplan aufzustellen. Manche Räte meinten, dass so der «Schwarze Peter» der Gemeinde zugeschoben werde.

Stich sagte, dass die Gemeinde nach dem Kreisausschussbeschluss «nahezu gezwungen» sei, den Bebauungsplan aufzustellen. Klar sei, dass damit ein langwieriges Verfahren in Gang komme. «Das bedeutet, dass wir uns längere Zeit mit vielen, auch unangenehmen Dingen zu befassen haben», beschrieb Stich das Beteiligungsverfahren.

Ein weiteres Problem sah der Gemeinderat im geplanten Gutachten für die Brücken, nach dessen Ergebnis das weitere Vorgehen immer noch offenbliebe. Mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan hätte die Gemeinde zwar gewisse Rechtsmittel zur Verfügung, doch möchte man diese, so Stich, nicht als «Drohung» verwenden. In Ruderatshofen hoffe man weiterhin auf eine gewisse Freiwilligkeit beim Grundstückstausch und Verkauf.

«Vor 2014 wird wohl nichts passieren»

Ein Zeitlimit bestehe nicht, antwortete Stich auf die Frage von Gemeinderat Markus Mair. Im Kreisausschuss sei lediglich der Begriff «zeitnah» gefallen. «Vor 2014 wird deshalb wohl nichts passieren», so der Bürgermeister. «Es ist doch nicht üblich, dass in so einem Fall die Gemeinde für den Bebauungsplan zuständig ist», gab Roland Schneider zu bedenken. Und bezahlen müsse die Kommune am Ende auch. «Wir sollen hier den Schwarzen Peter übernehmen und den Buhmann machen, das passt mir gar nicht», äußerte sich Hubert Schmölz über die Landkreisentscheidung, mit der sich der Kreis aus der Affäre ziehe.

Das Gutachten für die Brücken ist aus seiner Sicht jetzt schon absehbar: «Dann bekommen wir die nächsten 50 Jahre gar keine Umgehung», bezog sich Schmölz auf die Position des Landkreises, dass entweder die innerörtliche Trasse oder die Umgehung finanzierbar sei.

Trotzdem solle man die Entscheidung - wenn auch mit vielen Bedenken - vorerst hinnehmen, da es «noch viele Hausaufgaben zu machen» gebe, so Ruderatshofens Zweiter Bürgermeister Johann Neth. Der Bebauungsplan signalisiere den Willen der Gemeinde zur baldigen Verwirklichung einer Umgehung. «Ich habe auch Bauchweh, wegen der Brücken», meinte Otto Vogl, der sich diesbezüglich Aussagen der Bahn wünschte. Denn auch ein Ausbau der Bahnstrecke steht an.

Auch mit dem Bebauungsplan bleibt das weitere Geschehen offen. Doch im Gemeinderat war klar, dass die Bemühungen weiter gehen müssen. «Ruderatshofen steht jedenfalls weiter zur Ortsumgehung», stellte Stich eindeutig klar.

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