Energiewende
Regionaler Planungsverband informiert Allgäuer über Ansätze bei der Windenergie

Das politische Ziel – der Ausbau der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen – ist klar vorgegeben. Die planerische Umsetzung aber erfordert ein sensibles Händchen, besonders bei Windkraftanlagen in Tourismusregionen. Ein Grund mehr für den Regionalen Planungsverband, die Allgäuer bei der Fortschreibung des Kapitels 'Windkraftnutzung' frühzeitig mit ins Boot zu holen – zunächst mit vier Informationsveranstaltungen (in Maierhöfen, Blonhofen, Dietmannsried und Günzach).

Beim Infoabend in Blonhofen erläuterte Planungsverbandchef Stefan Bosse gemeinsam mit Landrat Johann Fleschhut nicht nur die Fernziele des modifizierten Windkraft-Kapitels, er machte gleichzeitig auch klar, was der Verband nicht leisten kann.

Ob die Windkraftnutzung in unserer Region überhaupt Sinn macht, betonte Bosse gleich zum Einstieg vor gut 50 Zuhörern und etlichen Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden, das habe der Regionale Planungsverband nicht zu beurteilen: 'Wir setzen Flächen fest, mehr nicht'.

Und diese Aufgabe ist schon komplex genug, wie der Blick auf den neuen Planungsentwurf verriet.

Mit der Einführung sogenannter zusätzlicher 'Suchräume' für die Windkraftnutzung, neuen Daten aus dem Windatlas Bayern und Auswahlkriterien verwandelt sich der nördliche Bereich des Allgäus in einen Fleckerlteppich unterschiedlich geeigneter Standorte, der Süden bleibt wie bisher bis auf wenige Ausnahmen Rotoren-frei.

Generell werde bei der Planung versucht, die Windkraftflächen zu bündeln und eine 'Verspargelung' der Landschaft zu verhindern, so Bosse.

Dennoch werde es auch außerhalb der bislang festgelegten Vorrangflächen Windkraftanlagen geben. Dass in Zeiten der Energiewende ein Mehr an Windkraft politisch gewünscht sei, stehe ohnehin fest. Ebenso, dass die neuen Anlagen mit Nabenhöhen von 140 Metern deutlich größer als die bisherigen werden.

Bosse geht künftig allgäuweit von 30 bis 40 Windkraftarealen mit jeweils 'mindestens drei Anlagen' aus. Im Ostallgäu laufen derzeit an 18 Standorten Windkraftanlagen, sechs Stück sind in Planung. Im Oberallgäu wird an 14 Standorten mit Wind Energie erzeugt.

Landrat Johann Fleschhut erhofft sich von der Fortschreibung des Regionalplanes auch eine Antwort auf die Frage, wie man die Windkraft in den regenerativen Energiemix im Allgäu einbetten kann.

Hinwirken will er auf eine Kooperation derjenigen Gemeinden, die über Vorrangflächen verfügen und Kommunen, die selbst über keine geeigneten Gebiete verfügen, aber in die Windkraft investieren wollen.

Die vom Planungsverband erhofften Anregungen zur Fortschreibung hielten sich in Blonhofen in Grenzen: Einem Gast ging die Konzentration der Windkraftflächen nicht weit genug.

Deutlich mehr Redezeit nahm ein Gastwirtspaar aus der Nähe von Wilpoldsried in Anspruch, das vom Panoramablick ihrer Wirtschaft lebt – und sich schon jetzt 'von Windparks umzingelt sieht'. Bis der modifizierte Regionalplan rechtskräftig wird, gehen noch zwei Jahre ins Land.

Auswirkungen auf bereits geplante Anlagen (derzeit sechs Stück) bringt die Fortschreibung nicht mit sich.

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