Schilder
Radweg zwischen Ebratshofen und Hebratshofen wird Ende Mai eingeweiht

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In Grünenbach ist die Freude groß: Am Monatsende wird der 2,3 Kilometer lange Geh- und Radweg zwischen Ebratshofen und Harbatshofen mit einem Straßenfest eingeweiht - und damit immerhin das größte Radwege-Neubauprojekt der letzten Jahre im Landkreis.

Die letzten Pflanzarbeiten sind abgeschlossen und die Beschilderung ist erfolgt. Und sie löst durchaus Verwunderung aus. «Ist der Radweg überhaupt ein Radweg?», fragen sich einige Ebratshofener auf der Rückfahrt in ihren Ortsteil. Und was bedeuten jene Schilder, die auf scheinbar freier Strecke stehen?

Grünenbachs Bürgermeister Markus Eugler, Jürgen Riekert vom Landratsamt Lindau und Georg Zeltner vom Staatlichen Bauamt in Kempten klären auf: «Mit der Beschilderung hat alles seine Richtigkeit.» Nur, so empfindet es auch Eugler: «Teilweise wiehert da der Amtsschimmel.»

Zunächst einmal ist da jene Kuriosität, dass der Radler in eine Richtung auf einem Geh- und Radweg unterwegs ist, in die andere Richtung aber auf einem Gehweg, der für Radfahrer lediglich freigegeben wurde. Unterschieden wird dies durch zwei unterschiedliche Verkehrszeichen: Nummer 240 weist die Strecke als Geh- und Radweg aus, Nummer 239 als Fußweg. Hier hängt eine zusätzliche Tafel mit der Freigabe für Radler darunter.

Den Unterschied erläutert Georg Zeltner: «Ist ein Geh- und Radweg vorhanden, besteht eine Benutzungspflicht für den Radfahrer.» Im anderen Falle handele es sich nur «um ein Angebot, diesen Weg zu nutzen». Das möglicherweise gefährliche Überqueren von Straßen soll nicht erzwungen werden. Denn: Im Landkreis erfolgt die Ausschilderung grundsätzlich so, dass in Fahrtrichtung rechts liegende Wege als Geh- und Radweg, links liegende Wege hingegen als Gehweg mit Freigabe für Radler ausgeschildert werden.

Die Straßenverkehrsordnung sieht bei der Freigabe eines Gehweges für Radfahrer neben der fehlenden Nutzungspflicht aber auch eine Verpflichtung zur «besonderen Rücksicht» auf Fußgänger vor. Das bedeutet gemäß der entsprechenden Verwaltungsvorschrift: Radfahrer dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit fahren.

Für den Weg zwischen Ebratshofen und Harbatshofen bedeutet das: Von Ebratshofen aus darf mit normaler Geschwindigkeit, zurück aber nur im Bummeltempo gefahren werden. Zumindest theoretisch.

Eine andere Interpretation der Straßenverkehrsordnung lehnt Georg Zeltner ab, verweist aber darauf, dass es allen Beteiligten bei der Ausschilderung nicht darum, sondern um die fehlende Benutzungspflicht eines links liegenden Weges ging - und damit um die Vermeidung einer möglicherweise gefährlichen Straßenquerung. So wie auch bei vielen anderen Wegen im Landkreis.

Aber warum dann die Schilder inmitten des Weges, fernab jeder sichtbaren Abzweigung? In diesem Fall geht es weder um Fußgänger noch um Radfahrer. Vielmehr steht das Schild auf scheinbar weiter Flur, um anzuzeigen, bis zu welcher Stelle landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren dürfen. Denn der neue Weg dient auch der Zufahrt zu Feldern. Daher wurde an jenem Punkt ein Schild aufgestellt, an dem der Landwirt den Weg zu verlassen hat. Das steht zwar hier nicht zu lesen, doch die hier fehlende Freigabe für landwirtschaftlichen Verkehr signalisiert dies.

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