"Totfund"-Gruppe
"Pink Ladies" im Ostallgäu retten Tiere vom Straßenrand

Vier der insgesamt 17 "Pink Ladies": Von links: Petra Zech (52), Christiane Schrade (50), Susi Bauer (53) und Erika Uhrig (41).
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  • Vier der insgesamt 17 "Pink Ladies": Von links: Petra Zech (52), Christiane Schrade (50), Susi Bauer (53) und Erika Uhrig (41).
  • Foto: Lisa Hauger
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Eine Katze liegt verletzt oder gar leblos am Straßenrand. Ein Fall, der für die Pink Ladies aus dem Ost- und Unterallgäu nichts Neues ist. Die Gruppe aus mittlerweile 17 Damen hat sich zum Ziel gemacht, Katzen und anderen Tieren zu helfen und sie den Besitzern zurückzubringen.

Tierischer Einsatz und die Nummer der Pink Ladies.
  • Tierischer Einsatz und die Nummer der Pink Ladies.
  • Foto: Eileen Schwaninger
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Wenn sie einen Anruf erhalten, entscheiden die berufstätigen Frauen kurzerhand, wer sich um das Tier kümmert. Dann macht sich eine Helferin auf den Weg. Mit dabei: Die pinke Weste und ein Auslesegerät. Die pinken Westen dienen der Sicherheit und Aufmerksamkeit. Das Auslesegerät dient der Identifizierung der Tiere. Das funktioniert aber nur, wenn die Tiere über einen Chip verfügen. Besitzer müssen diesen Chip selbständig registrieren.

Tierhalter müssen den Chip selbst registrieren

Viele der Katzen sind nicht gechipt oder haben alte und verschwommene Tattoos - wenn überhaupt. Das erschwert die Identifizierung. Die Pink Ladies erklären, worauf Katzenbesitzer achten sollten: 

  • Die Tiere vom Tierarzt chipen lassen (kostet rund 15 Euro für Katzen, 40 Euro für Hunde).
  • Auch Hauskatzen sollen gechipt werden.
  • Der Besitzer muss die Katze selbst registrieren, das macht nicht der Tierarzt.

Damit die Pink Ladies das Tier leichter identifizieren können, sollten die Informationen auf dem Chip aktuell sein. Wenn man sein Tier zwar registriert hat, aber bei einem Umzug nicht ummeldet, kann die Katze unter Umständen nicht zurückgeführt werden.

Die Nummer im Haustierregister Tasso
  • Die Nummer im Haustierregister Tasso
  • Foto: Eileen Schwaninger
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Bereits über 600 Einsätze 

Meistens sind es tote Katzen, die am Straßenrand liegen. Wenn es sich um tote oder gar lebende Wildtiere am Straßenrand handelt ist es wichtig zu Wissen, dass man diese nicht einfach mitnehmen darf, hierbei handelt es sich in jedem Fall um Wilderei. Auch andere Tiere wie Igel, Rehe, Greifvögel oder Enten versuchen die Ladies einzufangen und an fähige Pflegestellen oder Fachtierärzte zu vermitteln. Lebende Katzen, die krank umherstreunen, sich verletzt haben oder in einer Notsituation stecken, versuchen die Damen einzufangen, den Besitzern zurückzubringen, oder an befähigte Stellen zu übergeben.

Zwischen Juni 2017 und Ende Juli 2020 hatten die Damen insgesamt 601 Einsätze, darunter 413 Todfunde. 178 Katzen konnten durch eine Kennzeichnung einem Besitzer zugeordnet werden. 

Die Frauen fahren oft mitten in der Nacht los. Dabei handelt es sich aber zum Teil auch um Fehlanrufe. Statt einer Katze wird dann beispielsweise ein Müllsack vorgefunden.

Das besondere Anliegen der Pink Ladies ist es, den Besitzer der Katze oder in seltenen Fällen des Hundes ausfindig zu machen. Die Besitzer sollen die Möglichkeit haben, sich von ihrem Tier zu verabschieden.

Halo Tierchip Lesegerät auf die linke Halsseite halten. Hunde können ebenfalls gechipt werden.
  • Halo Tierchip Lesegerät auf die linke Halsseite halten. Hunde können ebenfalls gechipt werden.
  • Foto: Eileen Schwaninger
  • hochgeladen von Eileen Schwaninger

Mittlerweile sind die Pink Ladies für ihre Tierrettung bekannt. Wenn die Ladies mal auf die Schnelle keine Zeit haben, werden sie zum Teil von Bauhöfen unterstützt. Der Bauhof bewahrt es auf, bis eine der Pink Ladies kommt um nach verschiedenen Kennzeichnungen zu schauen.

Engagement in der Totfund-Gruppe

Jede der Damen hat ein geliebtes Tier verloren oder fast verloren. Gewissheit über sein Haustier zu haben, ist den Pink Ladies daher besonders wichtig, erzählen sie gegenüber all-in.de. Für die Frauen ist die Suche nach den Besitzern oft mit vielen Stunden Recherche und Arbeit verbunden. Trotzdem ist es ihnen eine Herzensangelegenheit, die Tiere zu retten und die Besitzer der toten Tiere zu informieren. Die Mitwirkenden der Totfund-Gruppe sind froh, wenn es Spenden gibt und hoffen, dass mehr Menschen auf sie aufmerksam werden, um schnell bei verletzten Tieren vor Ort sein zu können. 

Wenn man ein totes Tier am Straßenrand findet, kann man sich über das Totfund-Handy bei den Pink Ladies melden. Die Nummer für diese Fälle ist: 0178/1262792.

Mit dem Verwendungszweck: OP-Fond, kann man auf der Seite archenoah-tierhilfe.de eine Spende für die Totfund-Gruppe hinterlassen.

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