Sternsinger
Ostallgäuer Ministranten bringen Regierungschefin Merkel Segen nach Berlin

Angela Merkel steht traditionell zum Jahreswechsel hoher Besuch ins Haus. Nahezu 100 Könige haben sich für Mittwoch in Berlin angekündigt. Selbst im Kanzleramt, wo sich Staatsoberhäupter die Klinke in die Hand geben, findet solch ein Aufgalopp an Majestäten nur einmal im Jahr statt. Dann nämlich, wenn die Regierungschefin die Sternsinger aus sämtlichen Diözesen der Republik empfängt.

Das Bistum Augsburg vertreten dabei heuer vier Kinder aus der Pfarrei St. Gordian und Epimach in Stöttwang (Ostallgäu). Thomas Königsberger (12), Kilian Inning (12), Anna (13) und Franziska Rüffer (12) wurden beim Sternsinger-Wettbewerb der 53. «Aktion Dreikönigssingen» ausgelost, um der Kanzlerin den Segen aus Schwaben in die Bundeshauptstadt zu bringen.

Noch hält sich die Aufregung bei den Ministranten in Grenzen. «Wenn wir dann aber vor ihr stehen, wird das bestimmt anders sein. Ihr die Hand zu schütteln, wird ein einmaliges Erlebnis», sagt Kilian.

Die Vorfreude ist groß auf die Begegnung mit der obersten Politikerin des Landes. «Im Fernsehen wirkt Frau Merkel immer sympathisch», erklärt Anna. «Einige Leute haben uns schon beauftragt, ihr einen schönen Gruß auszurichten.» Sie selbst will der Kanzlerin ein «Grüß Gott» überbringen, «so wie es bei uns zuhause eben heißt.»

Genug Zeit dafür sollte bleiben, auch wenn die vier Ostallgäuer ein straffer «Staatsakt» erwartet, wie Pfarrer Thomas Herz erklärt, der seine Schützlinge begleitet. Mit Polizeibussen werden die Sternsinger nach einem gemeinsamen Gottesdienst zum Empfang ins Kanzleramt gefahren, wo sie erst die Sicherheitsschleusen passieren müssen.

Aber ein Foto mit der Kanzlerin wurde jeder der 27 Gruppen aus den einzelnen Bistümern bereits in Aussicht gestellt. «Außerdem haben wir ein Geschenkpaket für sie dabei mit Allgäuer Käsespezialitäten, einer Kuhschelle und einer CD vom Stöttwanger Musikverein», berichtet Herz.

Seit Wochen üben die Kinder ihre Lieder ein, die der bundesdeutsche Sternsinger-Chor dem Regierungsoberhaupt vortragen will. «Der Gesang ist bei uns noch etwas ausbaufähig, aber mit allen zusammen wird es sich bestimmt gut anhören», sagt Thomas grinsend.

Schon morgen reist die diözesane Delegation im ICE nach Berlin. «Die Deutsche Bahn erlaubt uns sogar, als Sternsinger im Zug aufzutreten und Geld zu sammeln», erzählt Pfarrer Herz. Heute sind die vier noch als eine von fünf Gruppen in ihrer Gemeinde von Haus zu Haus unterwegs, um Spenden für das Kindermissionswerk zusammenzutragen und damit Altersgenossen in den ärmsten Teilen der Erde zu unterstützen.

«Ein Besuch bei der Bundeskanzlerin ist etwas Tolles», sagt Franziska. «Aber armen Kindern helfen zu können, ist mindestens genauso schön.»

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