Bürgerversammlung
Ortsumgehung zentrales Thema in Ruderatshofen

Viel Diskussionsbedarf gab es in der Ruderatshofener Bürgerversammlung zur Umgehung und zum Bau der innerörtlichen Brücken. Tenor der sachlich geführten Debatte war, dass der Verkehr innerorts katastrophal sei, man letztes Jahr kaum weitergekommen sei und nun endlich was passieren müsse. Bei Grundstücksverhandlungen müsse mehr Intensität und Bereitschaft gezeigt werden. Ein gravierender Anlass, weiterzukommen, ist die seit Sommer gültige Beschränkung von Mühlbach- und Kirnachbrücke in der Bürgermeister-Andreas-Müller-Straße auf 3,5 Tonnen, sagte Bürgermeister Johann Stich.

Die Brücken sind laut Gutachten nicht mehr tragfähig und nicht sanierbar. Wie berichtet, beschloss der Kreisausschuss, den Neubau mit einem zulässigen Gesamtgewicht von je 60 Tonnen (Kosten rund 1,1 Mio. Euro).

Flutgrabenbrücke mittelfristig standfest

Die Flutgrabenbrücke aber ist mittelfristig standfest und bleibt für 16 Tonnen zulässig. Der Vorschlag der Gemeinde, die neuen Brücken auf 25 Tonnen zu beschränken, sei zuschussgefährdend, so Stich in der Bürgerversammlung. Die Alternative der Kostenbeteiligung durch die Gemeinde werde geprüft. Abgelehnt hat der Gemeinderat die Idee des Landkreises, dass die Gemeinde einen rund 400 000 Euro teuren Bebauungsplan aufstellen soll.

Der Rat stellte vielmehr einen Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren durch den Kreis, so Stich. Das ist Verhandlungsbasis für Gemeinderat und Kreisausschuss.

Kaum Fortschritte gab es beim Grunderwerb für die geplante Umgehungstrasse. Wie Stich in der Versammlung sagte, brach stellvertretender Landrat Alex Müller die Verhandlungen ab, da die Eigentümer wenig Bereitschaft zeigten und deren Preisvorstellungen übertrieben seien. Der Gemeinderat bildet nun ein eigenes Gremium, das sich der Sache annimmt. Neues Gewicht in die Thematik bringe die geplante B12-Anschlussstelle Geisenhofen.

Hans Schmölz zweifelte in der Diskussion daran, dass der Landkreis zur Umgehung stehe und sprach sich gegen die 60-Tonnen-Brücken aus. Er fürchtet, dass nach der nächsten Überprüfung auch die Flutgrabenbrücke erneuert werden muss und dann der komplette Verkehr fließt.

Dass der Landkreis verpflichtet sei, auf die Kosten zu achten und sich daher für die zuschussfähige 60-Tonnen-Variante entscheiden werde, hob Kreisrat Dr. Rudolf Sprich hervor. Gemeinderat Hubert Schmölz vertrat die Meinung, dass dem Landkreis die finanziellen Mittel fehlten und dieser alles der Gemeinde 'aufdrücken' wolle. Dass nach dem Brückenbau die Planfeststellung eingeleitet werde, bezweifle er. Keine Alternative und keinen Unterschied zwischen einer 30- oder 60-Tonnen-Brücke sieht Gemeinderat Wolfgang Halbritter.

Die Verknüpfung des Brückenbaus mit der Zusage zur Planfeststellung ist seiner Ansicht nach die einzige und letzte Chance.

Mehr Verkehr nach Schließung des Standortes befürchtet

Erwin Schneider befürchtete, dass nach einer Nutzungsänderung des Fliegerhorstgeländes mit einer Zunahme des Verkehrs gerechnet werden müsse. Die Stadt Kaufbeuren müsse die Umgehung unterstützen. Den Vorschlag, zusammen mit Biessenhofen eine Trasse weiter östlich zu planen, sah Bürgermeister Stich für nicht sinnvoll an.

Die vielen Wortmeldungen verfolgten alle das selbe Ziel: Die schnellstmöglichste Verwirklichung der Umgehung, um die Lebensqualität in den Dörfern wieder zu verbessern.

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