Jubiläum
Neugablonzer Faschingsverein Saskaler Armee feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen

Sie haben einen Hauptmann, sind in verschiedene Regimente aufgeteilt, treffen sich zu Manövern und treten meistens in Uniform auf. Und trotzdem hat die Saskaler Armee mit wirklich Militärischem heutzutage so gut wie gar nichts am Hut. Lediglich die Gründung des Vereins geht auf eine echte Armee zurück. Diese Gründung jährt sich heuer zum 100. Mal.

Armisten des 74. und 94. Infanterieregiments, die auch Mitglieder der Turnverbindung 'Jahn' waren, wollten im Jahr 1912 ein Gegenstück zu den militärischen Strukturen schaffen. Etwas Geselliges. Ganz anders, als sie es während ihres Wehrdienstes erlebt hatten.

Der Name stammt dabei von einem kleinen Dorf in der Nähe von Reichenberg ab: Saskal, das es damals zu verteidigen galt. 'Ziel war er, stets die Geselligkeit zu pflegen, viel Spaß zu haben und das Militär auf die Schippe zu nehmen', erzählt Roland Zasche. Er ist seit 1994 Hauptmann der Armee. Mehr, sagt er, sei aus dieser Zeit aber nicht mehr bekannt. Ohnehin war es während des Zweiten Weltkriegs ruhig um die Saskaler geworden.

Erst im Jahr 1954, nach der Vertreibung, haben die Faschingsturner des TV Neugablonz die Armee wieder zum Leben erweckt, den ersten Auftritt hatten sie in Irsee. Seitdem folgten viele weitere Auftritte – und die Faschingsbälle.

Diese sind immer unter ein bestimmtes Motto gestellt. Mal feierten sie in Neugablonz den 'Wiener Hofball' (1962) oder die 'Saskaler Olympiade' (1972), mal den 'Saskaler Ganovenball' (1984), die 'Traumfabrik Hollywood' (1990) oder die 'Saskaler Wiesn' (2011). Je ausgefallener, desto besser.

Die Armee selbst gestaltet immer einen Teil des Programms. Sie marschiert traditionell zu den Klängen des Regimentsmarsches ein, um dann auf der Bühne eine kleine Geschichte nachzuspielen. Doch Zasche erklärt: 'Wir sind kein reiner Faschingsverein.' Der Ball sei vielmehr eines der sogenannten Manöver. Von denen muss jedes Regiment jährlich eines organisieren. Und der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt. 'Das können Zweitagesfahrten sein, Besuche von Museen oder sportliche Veranstaltungen', sagt Zasche. Einzige Bedingung: Es sollte immer etwas Lustiges sein.

Dabei gibt der Hauptmann zu: Die Neugablonzer hätten schon eine besondere Art von Humor, auch das Paurische (eine Mundart aus dem Sudetenland) spiele dabei eine Rolle. 'Aber auch als Außenstehender hat man eigentlich kaum Probleme.

Denn inzwischen hat sich auch der Allgäuer Dialekt eingeschlichen', erzählt Zasche.

Die Familien der Armisten sind bei den Manövern ein wichtiger Bestandteil, sie gehören fest dazu. Schon der Zukunft des Vereins wegen. 'Die meisten unserer Mitglieder sind um die 50 Jahre, das Älteste schon über 80. Das Ende der Armee steht immer im Raum', sagt der Hauptmann. Doch er setze stark auf die Kinder und deren Bestreben, die Tradition aus der Heimat weiter zu pflegen.

Ihr 100-jähriges Bestehen feiern sie in diesem Jahr jedenfalls 'schon ein bisschen größer', mit einer internen Veranstaltung. 'Die wird mit Sicherheit noch einmal alles toppen', sagt Zasche.

Der Faschingsball 2012 steht unter dem Motto 'Als die Bälle laufen lernten'. Beginn in der Neugablonzer Turnhalle ist am Samstag, 11. Februar, um 19.30 Uhr, Einlass ist bereits ab 18.30 Uhr. Karten gibt es unter der Telefonnummer (08341) 7156823.

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