Heimatreporter - Beitrag
MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER

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Am Vorabend des zweiten Weltkrieges schrieb Bertold Brecht im schwedischen Exil das Drama „Mutter Courage“. Als Warnung an Regierungen, die mit dem Hitlerregime Geschäfte machen und an die kleinen Leute auf der Straße, die nach Machtzuwachs streben. Diese Warnung ist zeitlos und besteht wie eh und je.
Die Inszenierung von Bertold Brechts Antikriegsklassiker des Landestheaters Schwaben, im Stadtsaal Kaufbeuren, führte direkt ins hier und jetzt. Gewöhnungsbedürftig für die Zuschauer war diese Inszenierung dieses Dramas mit dem Untertitel „Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg“, die schrill und laut daherkam, allemal.
Die Zuschauer erlebten in den zwei pausenlosen Stunden eine Mutter Courage die profitsüchtig von Heerlager zu Heerlager zieht, natürlich auch um ihre Kinder durchzubringen. Sie muss jedoch zusehen wie alle drei im Krieg zugrunde gehen. Zuerst landet der naive Schweizerkas vor dem Kriegsgericht, weil sie zulange um die Bestechungssumme für seine Freilassung feilscht. Ihm folgt Eilif, der nach dem Krieg so weitermacht wie als Soldat: Morden, plündern, schänden. Die stumme Kattrin opfert sich, um andere zu warnen.
Wer vom Krieg leben will, muss ihm auch etwas geben, sagt der Feldwebel bereits zu Beginn.
Insgesamt hielt sich die Inszenierung an die von Brecht vorgegebenen Bilder mit Feldprediger und Koch, Soldatenwerbern, Feldhure usw. zusätzlich wurden unübersehbare Anspielungen auf heutige Kriegstreiber sowie dem derzeitigen Präsidenten der USA eingebunden. Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche wurde durch Kostüm und Habitus des Feldpredigers ebenfalls dargestellt.
Mit der begleitenden Musik hielten sich die drei Musiker streng an die Originalmusik von Paul Dessau jedoch abgestimmt auf die heutige Zeit. Leider waren die Songtexte nicht immer zu verstehen.
Das diese moderne Inszenierung bei den Zuschauern angekommen war bekräftigte der nach einer kurzen Bedenkzeit einsetzende starke Applaus.

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