Kirche
Mauerstettens Seelsorger Rudolf Klaus geht in den Ruhestand

Vor zwei Jahren bauten Gläubige aus Mauerstetten eine kleine Kapelle auf einer Almwiese bei Wertach und der Abt von Ottobeuren weihte sie ein. 'Das ist ein schönes Geschenk für mich', sagt Rudolf Klaus, der aus Wertach stammt. Und er war 19 Jahre Pfarrer in Mauerstetten. <%IMG id='869168' title='Pfarrer Rudolf Klaus'%>Am 1. September ging Klaus in den Ruhestand, am kommenden Sonntag wird er offiziell verabschiedet. Doch ruhig wird es für den 'Motorradpfarrer' nicht werden.

Zunächst nach Hamburg

Glauben und Motorsport standen für Klaus schon früh im Mittelpunkt. 'Ich wuchs in einem katholischen Milieu auf', erzählt der 69-Jährige. Vor allem der Pfarrer in Unterjoch prägte ihn, während die Motorräder, die über das Oberjoch brausten, ihn faszinierten.

Nach dem Abitur in Kempten wollte Klaus zunächst aber von Hamburg zur See fahren, doch Arbeit gab es nur als Entlader, Schaffner oder Hilfspfleger. Ein Pfarrer vermittelte ihn dann in eine Familie, bei der er wohnte. 'Der Zusammenhalt und die Offenheit haben mir gefallen.

Wir haben noch heute Kontakt', so Klaus. Dabei reifte in ihm der Gedanken zu studieren, und zwar in Münster: Dort befand sich die nächste katholische Fakultät und es gab bekannte Professoren.

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Allen voran Walter Kasper, der später Kurienkardinal in Rom war, und Joseph Ratzinger, heute bekannt als Papst Benedikt XVI. 'Er war sehr besonnen, damals faszinierte er Hunderte von Zuhörern mit seinem Bild von einer zukünftigen Kirche', schwärmt Klaus.

Heute sei der Papst deutlich zurückhaltender, fast schon ängstlich – wahrscheinlich, weil er die Weltkirche präsentieren müsse, meint Klaus. Und Benedikt sei konservativer geworden.

Klaus hingegen beschäftigt sich noch heute mit kritischer Theologie – denn man müsse offen sein, um zu wissen, was man will oder nicht. 'Man muss im guten Sinne kritisch bleiben', sagt er.

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Das bewahrte er sich schon während des Studiums in Münster und Dillingen und auch später. Die Priesterweihe erhielt Klaus zusammen mit dem heutigen Irseer Ruhestandspfarrer Helmut Ennemoser in der Kaufbeurer Martinskirche.

Danach war er in Krumbach, Weißenhorn und Pfaffenhofen – bis er 1993 nach Mauerstetten kam. In seinem Beruf habe er dort überall Glück gehabt: 'In allen Gemeinden ging es mir gut. Ich konnte bleiben, wie ich war.'

Doch als Seelsorger erlebte er auch tragische Fälle mit: Krankheit und Tod nahmen ihn mit: 'Man hätte kein Herz im Leibe, würde man da nicht mitleiden.'

So sei es manchmal schwer gewesen, wieder umzuschalten, wenn er von einer Beerdigung auf einen Kindergeburtstag kam. 'Da gibt es Situationen, in denen der Pfarrer auch nur noch das Gebet hat.' <%TBR from='inject' id=''%>

Starke Wertschätzung

Aus dem täglichen Leben für die Kirche bringt Klaus besonders den Laien starke Wertschätzung entgegen. Deren ehrenamtliche, nur vom Glauben getragene Arbeit sei nicht hoch genug einzuschätzen, erläutert er und lässt damit auch Kritik an der Reform in der Diözese durchblicken:

Damit werde die Struktur in den Pfarreigemeinden zentralisiert, die Mitsprache der Laien beschnitten, deren Arbeit eher vermehrt und die Identität der kleinen Kirchengemeinden geschmälert. Nach wie vor steht das Motorradfahren bei ihm hoch im Kurs:

Da er selbst viel auf dem Zweirad unterwegs war und Motorradsegnungen machte, kam er bei den Bikern authentisch an – auch wenn das auf Reisen zu skurrilen Szenen führte, wenn er in Leder bei Benzingesprächen seinen Beruf nannte.

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'Ich habe Motorradfahrer als verrückte Typen und Originale, aber vor allem als freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen kennengelernt', berichtet Klaus. Viele Hochzeiten oder Taufen zelebrierte und feierte er auf solchen Zusammentreffen.

Am 16. September wird Klaus nun offiziell verabschiedet. Zunächst mit einem Gottesdienst ab 9.30 Uhr in der Mauerstettener Kirche, danach mit einem Fest. Der Abschied fällt dem Pfarrer zwar nicht leicht. 'Aber ein Wechsel tut immer gut – auch der Gemeinde.'

Klaus hat aber bereits Termine bis ins Frühjahr, weil er als Ruhestandspfarrer gefragt ist. Zudem will er noch reisen und Motorrad fahren. Schön wäre es, beides zu verbinden – etwa mit einer Harley durch Amerika. <%TBR from='inject' id=''%>

Zwar trete er aus gesundheitlichen Gründen ein wenig kürzer und werde auch in Bälde von seiner jetzigen Wohnung in die Wohnanlage Heinzelmannpark übersiedeln, die gerade gebaut wird. 'Aber ich werde mit dem Motorrad einziehen.'

 

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