BDM
Manfred Gilch referiert über Abkehr von Liberalisierungspolitik

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist nach den Anfängen mit Protesten und Kundgebungen in 'Phase 2', den politischen Gesprächen, angelangt 'und hat so viel Arbeit wie noch nie.' Das betonten bei der Kreisversammlung des BDM in Ruderatshofen nicht nur Kreisvorsitzende Waltraud Högner, sondern auch der stellvertretende Landesvorsitzende Manfred Gilch, der die rund 80 Milchbauern über die Arbeit des Landesverbands informierte. Bei der Versammlung wählten die Anwesenden das 18-köpfige Landkreisteam für das Ostallgäu sowie zehn Landesdelegierte.

Bei seiner Forderung nach der Abkehr von der Liberalisierungspolitik in der Landwirtschaft erhalte der BDM mittlerweile breite Unterstützung, betonte Gilch. So befürchteten etwa die Naturschutzverbände durch den beschleunigten Strukturwandel fatale Folgen für die Kulturlandschaft. Karitative Verbände prangerten dazu die verheerenden Auswirkungen der Exportsubventionen auf Entwicklungsländer an.

Der BDM schloss sich deshalb mit verschiedenen anderen Verbänden darunter Bund Naturschutz und das katholische Hilfswerk Misereor zum "Agrarbündnis Bayern" zusammen. Es nennt in seinen Forderungen zur Neuerung der Agrarpolitik unter anderem die Abkehr von der Weltmarktorientierung. Die Zukunft der Welternährung liege vielmehr in regionalen Kreisläufen, zitierte Gilch den Weltagrarbericht.

Denn die 1992 zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) getroffene Annahme, Nachfrage und damit Preise stiegen mit dem Bevölkerungswachstum, habe sich nicht bewahrheitet - weil die Kaufkraft fehlt.

Für GAP 2013 wünscht sich der BDM unter anderem eine Berücksichtigung der sozialen Komponente bei der Verteilung der Direktzahlungen und politische Hilfe gegen das "extreme Machtgefälle" zwischen Handel und Erzeugern. Der Landesverband suche deshalb gezielt das Gespräch mit Politikern und im Ministerium, zum Beispiel auch beim "runden Tisch" mit weiteren Verbänden, den es seit Mai 2010 gibt.

Sehr zurückgehalten

Auch auf Kreisebene wandte sich der BDM an die Politik allerdings zunächst mit mäßigem Erfolg, wie Högner in ihrem humorigen Rückblick berichtete: Einer Einladung zum Gespräch folgten lediglich zwei der 45 Bürgermeister im Ostallgäu und der Landrat. Deutlich erfolgreicher seien dagegen die monatlichen Bäuerinnentreffen, der Bäuerinnenausflug und der Bauernball sowie die Teilnahme an der Bauernsternfahrt in Berlin gewesen.

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