Vorlesen
Lesefreude bei Kindern wecken

Weihnachten ist die Zeit der Familie, die Zeit, in der man gemeinsam etwas unternimmt und sich Zeit für die Dinge nimmt, die im Alltag oft etwas zu kurz kommen. Die Vorweihnachtszeit ist auch die Zeit der Geschichten und Erzählungen.

Beim Vorlesen geht es nicht nur um den Erwerb von Sprache, weiß Martina Kokorsch von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Kaufbeuren.

'Vorlesen ist eine ganz tolle Sache, weil es einen Kontakt zum Kind herstellt und man in diesem Moment ganz da ist. Das hat mit Nähe und Präsenz zu tun, und die Kinder genießen das sehr.'

Die Expertin hält das Vorlesen für eine gute Möglichkeit, mit den Kindern Zeit zu verbringen; das könne auch schon im Kleinkindalter beginnen, indem man gemeinsam Bilderbücher anschaue.

Dazu gehöre auch, dass alle Beteiligten vorher vereinbaren, sich nicht ablenken zu lassen: Handy und Fernseher werden ausgeschaltet, und auch andere Störfaktoren werden vermieden. 'Es tut den Kindern gut, einfach mal zur Ruhe zu kommen und in der Phantasie Bilder entstehen zu lassen', so Kokorsch. Und nebenbei bemerkt: Es tut auch vielen Erwachsenen gut.

Viele Kinder mögen es, wenn man Körperkontakt hat und setzen sich gerne auf den Schoß oder kuscheln sich auf der Couch an Mama oder Papa. Doch nicht nur die Beziehung zwischen Eltern und Kind wird durch das Vorlesen gestärkt, es wird auch Wissen vermittelt und die geistige Entwicklung gefördert.

Die Kinder lernen so neue Wörter, sie erfahren unbewusst viel über Sprache, und die Phantasie wird angeregt – das alles sei sehr gut für die gesamte Entwicklung des Kindes, sagt Erziehungsberaterin Kokorsch.

• Wählen Sie eine feste Zeit zum Vorlesen, so dass es zum immer gleich ablaufenden Ritual wird.

• Man kann auch ein festes Bettgeh-Ritual mit dem Vorlesen verbinden, das lässt sich gut in den Alltag einbauen und die Kinder können so vor dem Einschlafen herunterkommen.

• Lassen Sie sich nicht ablenken oder stören. Der Fernseher wird ausgeschaltet, das Handy wird weg gelegt.

• Wenn das Kind Körperkontakt wünscht, ist kuscheln wunderbar.

• Auch größere Kinder genießen das Vorlesen. Man kann dabei überlegen, ob man sich abwechselnd gegenseitig vorliest und das Kind auch Teile übernimmt.

Vielleicht können sich auch Geschwister gegenseitig vorlesen, das kommt ein bisschen auf den Altersunterschied an. Vorlesen kann auch zum Erlebnis gemacht werden – wie wäre es, wenn Sie zuerst eine kuschelige Höhle mit Decken und Kissen bauen, in der Sie dann die Geschichte nur im Schein der Taschenlampe vorlesen.

Das kommt bei Kindern meist besonders gut an. Wenn Sie dann noch ein bisschen schauspielerisches Talent einbringen und den verschiedenen Charakteren eigene Stimmen verleihen oder kleine Szenen sogar nachspielen und neben Mimik auch Gestik mit einfließen lassen, wird Vorlesen zum Spaß für die ganze Familie, nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über.

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