Dorfentwicklung
Landratsamt Ostallgäu genehmigt Bebauungsplan mit Sondergebiet für Biogasanlage im Ortsteil Oggenried

Rund zwei Jahre stritten in Irsee Bürger gegen Bürger und wechselnde Parteien für und gegen den Gemeinderat. Grund war der geplante Bebauungsplan für den Ortsteil Oggenried.

Nun ist dem Bürgermeister die Erleichterung anzumerken, denn das Landratsamt Ostallgäu genehmigte den Plan: << Wir sind froh, dass er jetzt rechtskräftig ist und ein Konsens zwischen Gemeinderat, Landwirten und den Bürgern in Irsee und Oggenried gefunden wurde >>, so Andreas Lieb. Zumal inzwischen Irsee komplett mit regenerativem Strom und teilweise mit Nahwärme aus den Biogasanlagen in Oggenried versorgt wird.

Etliche Bedenken

Vor rund zwei Jahren begann die Debatte um Oggenried. << Zwei Landwirte wollten in den Energieerzeugermarkt einsteigen und brauchten Anlagen dafür >>, erklärt Lieb. Das wiederum rief Bürger aus verschiedenen Gründen auf den Plan: Zu viel Verkehr, Lärm und Geruch wurde befürchtet. Der Gemeinderat sah außerdem eine unkontrollierte Bautätigkeit auf sich zukommen, die auch die schützenswerten Gewässer treffen könnte, da die Anlagen im Außenbereich privilegiert sind. Doch die Kommune hat durch die Dorferneuerung eine Zielvorgabe: Den Wert der Gemeinde für Freizeit und Erholung steigern, aber Kultur und Kunst zu erhalten. << Das beißt sich mit den Vorhaben in Oggenried, weshalb wir uns entschlossen, einen Bebauungsplan einzuleiten >>, erzählt der Bürgermeister.

Damit begann aber ein << Hauen und Stechen >> hinter den Kulissen: Erste Vorschläge des Gemeinderates wurden trotz vorheriger Aussprachen zerrissen, und selbst der jetzige Bebauungsplan musste dreimal geändert werden. Doch der getroffene Konsens scheint nun von fast allen getragen zu werden: Ein Sondergebiet für Biogasanlagen mit kleiner Umgehungsstraße, Gewässerschutz, ein Erhalt der Oggenrieder Hangkante und ein geplanter Fußweg von Irsee nach Eiberg, erläutert der Bürgermeister. Zudem gebe es nun Rechtssicherheit für alle Bürger, da alles vertraglich gesichert sei - inklusive des Wegerechts, der Strom- sowie der Wärmeversorgung. Einzig die Begrünung und der Weg fehlten noch, doch selbst dafür seien Bürgschaften hinterlegt.

Energiewende geschafft

Und für die Gemeinde kam noch ein großer Vorteil heraus: << Wir haben die Energiewende vollzogen. Darauf können wir stolz sein >>, so Lieb. Denn durch den Energiestandort Oggenried werde Irsee zu einhundert Prozent mit Strom aus Biogas und Fotovoltaik versorgt - eine Atomdiskussion sei für Irsee obsolet, bemerkt Lieb. Und der Überschuss an Strom werde sogar nach Pforzen exportiert. Zugleich werde auch die Abwärme genutzt, und zumindest schon die wichtigsten Gebäude wie Bildungszentrum, Gaststätten, Klosterbräu und kommunale Einrichtungen würden mit Nahwärme beheizt: << Dadurch haben wir 350000 Liter Heizöl eingespart und die Feinstaubbelastung reduziert >>, so Lieb.

Mithin fördere der Bescheid des Landratsamtes den Frieden in der Gemeinde, die wirtschaftliche Entwicklung in Oggenried und die energetische Umstrukturierung der Kommune.

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