Kirche
Kollekten-Boykott im Westallgäu - Pfarrer will nicht für die Jugendfürsorge sammeln

Mit Unverständnis hat die Katholische Jugendfürsorge (KJF) auf den Kollekten-Boykott des Westallgäuer Pfarrers Werner Karl Badura reagiert. Den ungewöhnlichen Schritt begründet der Geistliche mit der Beteiligung der KJF am «Skywalk Allgäu», einem Baumwipfelpfad in Scheidegg (Kreis Lindau). Das Freizeitangebot soll auf Pfaden in etwa 30 Metern Höhe ein besonderes Naturerlebnis bieten.

Die KJF hat als Träger knapp elf Millionen Euro in das Projekt investiert und betreibt die Anlage als gemeinnützige GmbH. In der << Kirchenmaus >>, dem Informations- und Terminblatt für die Pfarreiengemeinschaft Röthenbach, Gestratz und Maierhöfen, teilte Pfarrer Badura nun mit, er habe << größten Zweifel >> daran, ob dies << zur Aufgabe der Organisation gehört >>. Daher veranlasste der Pfarrer, dass bei den Gottesdiensten am 13. und 14. August keine Kollekte durchgeführt wird.

<< Wir bedauern dieses Verhalten >>, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der KJF, Markus Mayer, die Weigerung. Mit der Beteiligung am << Skywalk >> wolle die KJF nicht in erster Linie ein touristisches Angebot schaffen. Vielmehr gehe es um die unterstützende Behandlung von Kindern und Jugendlichen aus der benachbarten KJF-Fachklinik Prinzregent Luitpold, sagt Mayer.

Hier werden vor allem junge Patienten mit motorischen oder koordinativen Defiziten betreut. Auf dem Baumwipfelpfad könne man pädagogisch mit ihnen arbeiten. << Das ist sehr wohl unsere Aufgabe. >> Zudem sei die gemeinnützige GmbH die erste Integrationsfirma im Landkreis Lindau. Das heißt: 40 Prozent der Mitarbeiter sind laut Mayer Menschen mit Behinderung.

Bei der Diözese in Augsburg ist ein ähnlicher Kollekten-Boykott nicht bekannt. << Es gibt bei der Diözese eine klare Vorgabe, dass gebundene Kollekten durchgeführt werden müssen >>, sagte eine Sprecherin des Bistums. Die Termine für die Kollekten - wie etwa für die KJF - legt der Augsburger Bischof in einem Jahresplan selbst fest. Und für gewöhnlich werden diese dann im Gottesdienst eingesammelt. Pfarrer Badura hat sich jedoch ein Hintertürchen offen gelassen: Im Pfarrbrief sprach er zwar seine Weigerung aus, gab aber die Bankverbindung der KJF an.

Für eine Stellungnahme ist Badura nicht zu erreichen. Er weilt im Urlaub.

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