Ferienfreizeit
Kinder aus Eggenthal backen in historischen Öfen in Baisweil

Der Geruch von Schmandfladen und Hefegebäck lag hinter dem Pfarrhof in Baisweil in der Luft. Acht Kinder waren in dem Nachbargebäude mit dem Zubereiten der Leckereien beschäftigt. Es war die Abschlussveranstaltung der Ferienfreizeit der Verwaltungsgemeinschaft Eggenthal und der Gemeinde Irsee. Und die fand nicht nur in einem historischen Gemäuer statt, sondern basierte auch auf einer besonderen Idee.

<< Vor einem Jahr waren wir bei einem Verein in Kaufering, der öffentliches Brotbacken anbot. Da dachten wir, das können wir auch >>, erzählt Martina Radusch, Vorsitzende des Baisweiler Gartenbauvereins und Organisatorin der Aktion. Die Infrastruktur war nämlich schon vorhanden: Das Haus hinter dem Pfarrhof war dessen Waschhaus: << Dort standen Kessel, um Wasser zum Wäschewaschen warm zu machen >>, so Radusch.

Und daneben sind zwei Öfen. Warum die dort stehen, weiß Radusch nicht. Auch die älteren Mitbürger könnten sich nicht daran erinnern, dass die Öfen zu ihren Lebzeiten in Betrieb waren. Weder über das Waschhaus, das aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammen soll, noch über die Öfen, die mit Schamottsteinen verkleidet und rund ausgemauert sind, gebe es nähere Angaben, bedauert Radusch. Der Raum wurde jahrelang nur als Abstellraum und zum Binden von Blumengestecken genutzt. << Der war in einem Dornröschenschlaf >>, so Radusch.

Nachdem der Gartenbauverein die Öfen wieder hergerichtet hatte, wurde dort gebacken - seit März. << Am Anfang kamen die Brote nur verkohlt raus >>, berichtet Radusch. Doch einige Versuche später klappte es, und der Gartenbauverein lud zum öffentlichen Backen ein. Jeder kann mitmachen und etwa ein Kilo Teig mitbringen. Während zunächst acht Leute kamen, um ihr Brot zu backen, seien es inzwischen bis zu 20 pro Backtag. Und die Vielfalt ist beeindruckend: Weißbrot und Fladen, Vollkornbrot und Zwiebelkuchen, Zöpfe und Kuchen.

Zweieinhalb Stunden müssen der kleine (für zehn Brote) und der große Ofen (für 20 Brote) vorgeheizt werden, dann muss die Kohle herausgenommen werden. << Wir nutzen sie zum Grillen, um die Wartezeit zu überbrücken.

>> Dann kommen die Brote bei rund 230 Grad für etwa eine Stunde in den Ofen. Dabei ist für das leibliche Wohl der wartenden Bäcker wahrlich gesorgt: Denn während der Grill nebenbei heizt, können Fladen oder Pizza mit der Anfangshitze zügig gebacken und sofort gegessen werden. Das Brot sei dann zum Mitnehmen und halte etwa eine Woche. << Das ist besser als jedes im Supermarkt gekaufte >>, versichert Radusch. Anschließend könnten noch Zwiebelkuchen für den Abend und Hefekränze oder sogar leckere Kuchen für den Sonntag entstehen.

Die Kinder der Ferienfreizeit hatten jedenfalls ihren Spaß: Kim und Leoni, Johanna oder Laura halfen beim Teig ausrollen, bestreuten ihn mit Kräutern und Blüten und durften das Ganze nach dem Backen gleich essen - während sich im Ofen Hefegebäck zu seiner vollen Pracht entfaltete, das die Kinder später mit nach Hause nahmen.

<< Und dabei war überall ein fantastischer Duft >>, schwärmt Radusch.

Nächster Termin: Am Samstag, 1. Oktober, wird ab 10 Uhr im Waschhaus am Pfarrhof in Baisweil wieder Brot gebacken. Nähere Information bei Martina Radusch unter der Telefonnummer: 08340/97 50.

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