FFH-Gebiet
Kies, Asphalt oder Rasensteine?

Zwischen zwei und fünf Mal am Tag fährt Otto Fehr die Strecke zwischen dem Weiler Berbruggen und Weilerer Ortsteil Ellhofen. Der geschotterte Weg hat tiefe Furchen und große Steine liegen immer wieder mitten auf der Strecke mit teils großem Gefälle. «Da muss man richtig aufpassen, dass das Auto kein Schaden bekommt», sagt der Landwirt.

Doch die Schotter-Straße auszubauen und etwa zu teeren, ist nicht erlaubt. Lediglich Kies darf auf den Weg aufgebracht werden. Der Gemeinde sind da die Hände gebunden, sagt Bürgermeister Toni Wolf. Der Grund: Seit Mitte der 90er Jahre ist die Fläche rund um die Straße ein FFH Gebiet (Fauna-Flora-Habitat). «Für die Straße heißt das, wir dürfen sie unterhalten, aber nicht verändern, also nicht höherwertig ausbauen», sagt Wolf.

Doch der Kies auf dem teils steilen Weg auf Höhe der Tobelmühle bleibt gerade bei starkem Regen nicht liegen und wird ins Bachbett geschwemmt. Gerade nach dem sehr nassen Sommer ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand. Derzeit ist sie kaum zu befahren. «Manche haben schon die Konsequenzen gezogen und fahren außen herum», weiß Fehr. Doch für die Berbruggener ist es eine wichtige Verbindungsstrecke nach Ellhofen, und dann weiter nach Weiler oder Lindenberg.

Denn wollen die Berbrugger nach Ellhofen, müssen sie ansonsten über Rutzhofen und Simmberg fahren, ein Umweg von rund fünf Kilometern.

Und gerade auch für die Landwirtschaft ist die Straße - so Wolf und Fehr - unersetzlich. «Mit dem Traktor wollen die Bauern nicht ständig einen Umweg fahren», zeigt Wolf Verständnis. Und Otto Fehr fügt hinzu: «Wenn ein Wetter am Himmel ist, muss ich schauen, dass ich mein Heu heimbringe.» Die Regelungen der FFH-Gebiete betreffend, ärgern ihn immer wieder. «Die haben uns gelinkt», ist er überzeugt.

Auch Bürgermeister Wolf ist enttäuscht vom Verhalten der Behörden. Er setzt alles daran einen Kompromiss zu finden. «Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit anstatt Teer Rasensteine zu verwenden», sagt er. Der Vorschlag werde derzeit von den verschiedenen Behörden geprüft. Werden Rasensteine verwendet, sei der Eingriff in die Natur wesentlich geringer und der steile Weg außerdem griffiger, argumentiert Wolf. Wie es mit dem Weg weiter geht, darüber wollen die zuständigen Behörden auch nächste Woche vor Ort beraten. «Wir wollen eine einfache Lösung finden, mit der alle leben können», betont Manfred Miller, beim Landratsamt Teamleiter für den fachlichen Naturschutz. Bei der Entscheidung müsse geprüft werden, welche Auswirkungen Veränderungen auf die umliegende Natur habe. Ein Ausbau der Straße könnte etwa laut Miller ein höheres Verkehrsaufkommen zur Folge haben.

«Dadurch könnten zum Beispiel gerade nachts Fledermäuse gefährdet werden», sagt Miller. (feß)

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