MdB Stracke hat abgelehnt
Kaufbeurer MdL Pohl nimmt an "Querdenker"-Podiumsdiskussion teil

Berhnhard Pohl, Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter aus Kaufbeuren.
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  • Berhnhard Pohl, Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter aus Kaufbeuren.
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Der Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl aus Kaufbeuren hat seine Teilnahme an einer Podiumsdiskussion am 21. November von "Querdenken-8341" zugesagt, wie er gegenüber all-in.de bestätigt. Der Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) war ebenfalls angefragt, hat aber eine Teilnahme abgelehnt. 

"Wer politische Entscheidungen trifft, muss sich der Diskussion stellen."

Pohl nimmt also teil an der Veranstaltung der "Querdenken-8341"-Bewegung, dem Kaufbeurer Ableger der bundesweiten "Querdenker". Leute wie HNO-Arzt Bodo Schiffmann und Samuel Eckert, der laut Recherchen von t-online-Nachrichten als Corona-Leugner und Fakten-Verdreher gilt, gelten als führende Köpfe der "Querdenker". Auf ihrer Homepage empfehlen die Querdenker unter anderem den Kanal von Ken Jebsen ("KenFM"), der als Verschwörungstheoretiker gilt, als Informationsquelle. Auf die Frage, warum er an dieser Podiumsdiskussion teilnimmt, antwortet Pohl, dass er sich bei der Anfrage "noch keine vertieften Gedanken über den Ausrichter gemacht" habe. Wer politische Entscheidungen treffe und sie damit auch zu verantworten habe, müsse sich der Diskussion stellen. "Dabei darf es keine Rolle spielen, ob mir der Veranstalter sympathisch ist oder mir gar nahesteht, oder ob dies nicht der Fall ist", so Pohl.

"Wieso sollte ich mich instrumentalisieren lassen?"

Trotzdem bleibt die Frage, ob die "Querdenker"-Bewegung Politiker wie den Landtagsabgeordneten Pohl für ihre Zwecke instrumentalisiert, sich bei ihren Podiumsdiskussionen mit ihnen schmückt und sich selbst einen seriöseren Anstrich gibt. Zuletzt hat der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse eine Einladung von "Querdenken-8341" angenommen. Er wird zum Start einer Demo der "Querdenker" am Donnerstag ein kurzes Statement vor dem Rathaus abgeben, will dabei allerdings lediglich "seine Sicht der Dinge zur Maskenpflicht der Grundschüler erläutern", so Bosse gegenüber all-in.de. Pohl sieht seine Teilnahme an der Podiumsdiskussion ebenfalls nicht als Instrumentalisierung: "Wieso sollte ich mich instrumentalisieren lassen? Wer mich kennt, weiß genau, dass ich niemandem nach dem Mund rede. Wer sich das erwartet, sollte mich erst gar nicht einladen." 

Die "Querdenker"-Bewegung: Pohl bisher ohne Meinung zur umstrittenen Initiative

Mit der "Querdenker"-Bewegung, ihren Zielen und Methoden hat sich Bernhard Pohl offenbar noch nicht auseinandergesetzt. Auch nicht, nachdem er die Einladung zur Podiumsdiskussion angenommen hatte. Er habe "schlicht nicht die Zeit, mich tagelang mit der Ausrichtung und den politischen Betätigungen von Interessengruppen auseinanderzusetzen", so Pohl auf die Frage, was er von den "Querdenkern" hält. Er wolle auch nicht mit vorgefassten Meinungen über seine Gesprächspartner in eine Podiumsdiskussion gehen. "Sollte aber jemand auf die Idee kommen, mich von Verschwörungstheorien oder gar rechtsextremem Gedankengut überzeugen zu wollen, wird er mich kennenlernen", so Pohl.

Podiumsdiskussion mit "Querdenker"-Anwalt

Ob er damit an diesem Abend durchkommen wird, bleibt abzuwarten. Seine Kontrahenten bei der Podiumsdiskussion laut der Terminankündigung auf der "Querdenken-8341"-Homepage: Dr. med. Markus Gerum, Intensiv- und Naturmediziner aus Bad Wörishofen und der Ulmer Rechtsanwalt Markus Haintz. Der Anwalt fungiert laut der Ankündigung als "unabhängiger Experte", ist allerdings selbst Mitglied der "Querdenken"-Initiative. Er wurde vergangenen Sonntag erst auf einer Anti-Corona-Demo in Berlin vorläufig festgenommen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Eine ergebnisoffene Diskussion ist wohl eher nicht geplant.

Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (CSU) hat Teilnahme abgelehnt

Stephan Stracke, Bundestagsabgeordneter der CSU, war für diese Veranstaltung ebenfalls eingeladen, hat aber eine Teilnahme abgelehnt.

Stephan Stracke, Bundestagsabgeordneter der CSU aus Kaufbeuren.
  • Stephan Stracke, Bundestagsabgeordneter der CSU aus Kaufbeuren.
  • Foto: Christoph Soeder/dpa
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Stracke: "Für Verharmlosen ist kein Platz"

Stracke, unter anderem auch gesundheitspolitischer Sprecher der CSU im Bundestag, begründet seine Absage dann auch deutlich mit den Veranstaltern, die "hinlänglich bekannt" seien. Sein Statement auf eine Anfrage von all-in.de: "Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen habe ich beispielsweise auf Facebook eine Videobotschaft veröffentlicht, in der ich dringend darum bitte, mitzumachen, Maske zu tragen, Abstand zu halten und die eigenen sozialen Kontakte soweit wie möglich einzuschränken. Vorsicht und Umsicht bleiben auch für die nächsten Monate der beste Ratgeber und Maßstab. Für Beschwichtigen, Verharmlosen oder gar Leugnen ist kein Platz." 

Berhnhard Pohl, Freie-Wähler-Landtagsabgeordneter aus Kaufbeuren.
Stephan Stracke, Bundestagsabgeordneter der CSU aus Kaufbeuren.

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