Natur
Kaufbeuren sagt Unkraut auf Altem Friedhof den Kampf an

1.000 Gräber auf dem Alten Friedhof in Kaufbeuren sind verwaist. Die Natur erobert sich die aufgekiesten Flächen mit aller Macht zurück. Kniehoch schießt teilweise das Unkraut.

'Unwürdig und beschämend' sei das, meinen Ernst Schönhaar und Johannes Böckler (CSU) und forderten rasche Abhilfe. Im Ferienausschuss des Stadtrats entwickelte sich dazu eine rege Diskussion. Bauhof-Chef Georgio Buchs machte deutlich, dass seine Mitarbeiter allein der Situation nicht mehr Herr werden.

Oberbürgermeister Stefan Bosse informierte, dass das Architekturbüro Dietz-Hofmann aus Irsee bereits mit einem Pflegewerk für den denkmalgeschützten Gottesacker beauftragt sei. Doch bis zu dessen Umsetzung wollten die Stadträte nicht warten. Möglichst rasche Abhilfe soll nun eine Bürgeraktion bringen. Am 23. September sind alle Interessierten aufgerufen, gemeinsam Unkraut auf dem Alten Friedhof zu jäten. Als Dankeschön spendiert die Stadt eine Brotzeit.

Das eigentliche Problem liegt in der 'dramatischen Änderung' der Bestattungskultur, diagnostizierte Bosse. Klassische Grabstätten mit sehr langer Laufzeit würden heute nicht mehr gewünscht. Denn die Pflege wachse den Menschen über den Kopf. Betagte Angehörige schaffen sie nicht mehr. Die Jüngeren leben oft woanders. Die Eltern möchten ihnen aufwendige Grabpflege gar nicht mehr zumuten.

Der Trend geht deshalb zu Feuerbestattungen. Urnengräber, Urnenwände, Urnenbäume sind gefragt – vor allem im Kaufbeurer Waldfriedhof. Dort herrscht an sich eine parkähnliche Atmosphäre. Laut Standesamtschef Mathias Müller gibt es derzeit nur noch ein Viertel Erdbestattungen, drei Viertel der Angehörigen entschieden sich für Urnenbestattungen.

Warum es nicht funktioniert, das Unkraut einfach abzumähen, erfahren Sie in der Freitagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Kaufbeuren, vom 11.08.2017.

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