Tänzelfest
Kaufbeuren: Die Kinder auf dem Hafenmarkt legen sich mächtig ins Zeug für die Besucher

Tänzelfest in Kaufbeuren
  • Tänzelfest in Kaufbeuren
  • Foto: Mathias Wild
  • hochgeladen von David Yeow

Harte Trommelschläge dröhnen über den Hafenmarkt. Die lauten rhythmischen Klänge mischen sich mit den zarten Rufen von zwei elfjährigen Nonnen, die sich durch die Menge drängen. „Tänzelfestkerzen zu verkaufen.“ Seit einer halben Stunde ziehen Klara und Cati schon durch die Kaufbeuerer Innenstadt und bieten den Besuchern des Häfelesmarktes ihre Waren feil. Das ist gar nicht so einfach, die Konkurrenz ist groß. Kaufbeurer Leckerle oder Äpfel verkaufen sich leichter. „Spaß macht es trotzdem“, sagt Klara. „Wir laufen einfach so lange, bis wir alle verkauft haben“, fügt Cati an. Aber zuerst verschnaufen die beiden erst mal am Stand.

Gegenüber des Kerzenstandes blicken viele Besucher zu den Markttänzerinnen. Sie schreiten zu den Trommelschlägen, tanzen zu Flötenklängen. Wenige Schritte weiter nimmt die vierjährige Feline aus Baisweil einen Holzstab in die Hand. Beim zweiten Anlauf schon steckt der Holzdegen in dem Laugenkringel. Sie strahlt.

Am Bierstand nimmt Aileen routiniert leere Krüge entgegen. Sie ist schon zum zweiten Mal bei den Brauern dabei. Bevor die Besucher kamen, hat sie mit ihren Freundinnen bereits die Bierflaschen vorbereitet. Sprich, sie mit speziellen Etiketten beklebt. Die Sonne schiebt sich durch die Wolken, die Schlange am Stand wird länger. „Verkaufen ist toll“, sagt die Zehnjährige, legt die Krüge in das Spülfass und läuft zum nächsten Kunden.

Am Stand der Weber hingegen haben die Verkäuferinnen gerade weniger zu tun. Die Besucher interessieren sich momentan viel mehr für Iridea. Sie sitzt im Webstuhl und führt behutsam das hellgraue Schussgarn durch den Kettfaden. Dann greift die neunjährige nach dem Rechen und drückt den Wollfaden fest an. „Das ist gar nicht so einfach“, weiß Anok, 10. Auch sie hat heute schon gewebt. Wie Iridea ist sie heuer zum ersten Mal als Weberin dabei. Das verkaufen macht ihr Spaß, aber viel lieber stünde sie jetzt am Stand nebenan, sagt sie. Dort ziehen Besucher Kerzen.
Vorsichtig packt Ina Speckamp zwei blaue und ein gelbes Exemplar in ein Taschentuch. An diesem Tag ist sie mit ihren drei Enkelkindern gekommen. Sie geht gerne aufs Tänzelfest, sagt die 61-Jähre. „Und zwar jeden Tag.“

Im Hintergrund huschen Klara und Cati vorbei. Sie brechen auf zur nächsten Tour. Sie ziehen vorbei am Bäckerstand, wo Brezeln gedreht werden. Zeigen den Besuchern am Töpferstand, mit den buten Tonblumen, ihre Kerzen. Sprechen eine Frau an. Und die greift nach ihrem Geldbeutel. Endlich.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Montagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Kaufbeuren, vom 15.07.2019.

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Autor:

Birgit Schindele aus Kempten

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