Blasmusik
Kapelle aus Leeder begeistert mit grandiosem Konzert

Bei den Wertungsspielen in Hofstetten erzielte sie einen 'ausgezeichneten Erfolg' und qualifizierte sich damit als beste Kapelle des Musikbezirks Lech-Ammersee für den Verbandsentscheid im Oberstufenwettbewerb.

Beim Jahreskonzert am Samstag bewies die Blaskapelle Markt Leeder, dass dieser Erfolg kein Zufall war: Unter der Leitung von Thomas Schmidt lieferte sie in der Fuchstalhalle ein grandioses Konzert vor gut 180 Zuschauern ab. Das Pflichtstück 'Silva Nigra', mit dem die Leederer die Wertungsrichter überzeugt hatten, hat man selten so schön gehört.

Vom Schlagwerk wunderbar eingeleitet, entfaltete sich nach einem schönen Dialog zwischen Querflöten und Klarinetten nach und nach die ganze Pracht des Schwarzwaldes – vom schwelgerischen Landschaftsbild über ein hervorragend gespieltes Klarinettensolo (Kathrin Bermann) bis hin zum fröhlichen Dorffest.

Schmidt verstand es perfekt, das Stück durchwegs transparent und gut verständlich zu halten. Die Musiker erleichterten ihm die Arbeit mit unwahrscheinlich präzisem Spiel, rhythmischer Sicherheit und großer Musikalität.

Viel Humor und Taktsicherheit

Sehr sauber und exakt, voller Schwung, aber nie zu übermütig hatten sie zuvor schon zwei Werke von Johann Strauß präsentiert: den Einzugsmarsch aus dem 'Zigeunerbaron' und die 'Annen Polka', bei der die zweite Dirigentin Ingrid Nieberle zeigte, wie gut auch sie die Musiker durch Tempi- und Dynamikwechsel führen kann.

Einen Tick weniger exakt, aber voller Dramatik präsentierte die Blaskapelle Leeder das anspruchsvolle 'Tirol 1809' von Sepp Tanzer. Der wunderschön abgestimmte, harmonische Gesamtklang zog sich wie ein roter Faden durch das Konzert. So auch bei Fuciks 'Die lustigen Dorfschmiede', die Daniel Baumgartner mit viel Humor, Taktsicherheit und zwei Hämmern in Personalunion verkörperte.

Erstaunliche Vielseitigkeit bewies die Blaskapelle mit dem südamerikanischen Teil des Konzerts: Ebenso plastisch wie zuvor den Schwarzwald zeichneten sie nun mit völlig anderem Rhythmus und Musikgefühl in 'Cordilleras de los Andes' von Kees Vlak die längste Gebirgskette der Erde nach.

Hier glänzten vor allem das tiefe Blech und das schwer geforderte Schlagwerk – sowie Bernadette Bär mit einem schönen Flötensolo. Sehr gut gelang auch das Trompetensolo von Ingrid Nieberle im weltbekannten 'El Bimbo'. Als Glanzlicht erwies sich das von Maxi Heindl lautstark ausgerufene 'El Cumbanchero'.

Vom Schlagwerk bis zu den Querflöten (herrliches Piccolo-Duo) stellten die Musiker erneut ihre Klasse unter Beweis und setzten das angekündigte 'brodelnde Durcheinander purer Lebensfreude' auf dem Karneval in Rio ebenso exakt wie mitreißend um.

Schmidt erwies sich dabei einmal mehr als Meister der Spannungsbögen, der sein Orchester immer wieder zurücknehmen zu neuen Gipfeln führen kann.

Kein Wunder, dass die Zuhörer nach 'Feliz Navidad' noch ganze drei Zugaben einforderten: den 'Festmarsch' von Strauß, der den Bogen zum Anfang schlug, sowie den fast fugenartigen Choral über 'Tochter Zion', mit dem sich Dirigent Schmidt ausgesprochen erfolgreich 'als Arrangeur versucht' hat, wie die charmante und fachkundige Ansagerin Kathrin Bermann schmunzelte. Als 'Rausschmeißer' gab’s dann noch einen Radetzkymarsch.

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