Wechsel
Jehl übernimmt

Nun ist es offiziell: Dr. Rainer Jehl ist der neue Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung in Irsee. Der Stiftungsrat hat ihn einstimmig zum Nachfolger des ausscheidenden Hartmut Bauer gewählt. Jehl will zunächst den Bestand sortieren und drei neue Projekte angehen.

2007 wurde die Kulturstiftung mit einem Stiftungskapital von über 50000 Euro gegründet, wobei Mitinitiator Gerald Schmidt erster Vorsitzender wurde. Zweck ist die Förderung von Kultur und die Sicherung des historischen Erbes vor allem in Irsee, aber auch in der Umgebung. Seitdem wurden einige Projekte unterstützt und weitere Fonds angelegt. Als der inzwischen verstorbene Schmidt das Amt krankheitsbedingt niederlegte, übernahm Bauer die Leitung. Mit Jehl hat er einen profunden Kenner der (Irseer) Kultur als Nachfolger bekommen. Der Philosoph war nach dem Studium wissenschaftlicher Assistent am Grabmann-Institut für mittelalterliche Theologie und Philosophie an der Universität München, ehe der heute 66-Jährige in Irsee drei Institutionen rund ein Vierteljahrhundert leitete: Das Bildungswerk

der Bayerischen Bezirke (1984 bis 2007), das Schwäbische Tagungs- und Bildungszentrum (1986 bis 2007) und die Schwabenakademie (1989 bis 2009) - zudem war er Gesamtleiter des Klosters Irsee (1989 bis 2007). Mittlerweile wohnt er in Kaufbeuren, unterrichtet Philosophie und arbeitet an verschiedenen Projekten. Als neuer Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung will er die Sanierung der Flur- und Feldkreuze in Irsee zusammen mit dem Förderverein St. Stephan forcieren. «Das soll auch in Gedenken an Gerald Schmidt geschehen», so Jehl. Zum Zweiten will er den Kunst- und Kulturstandort Irsee mit Unterstützung der Gemeinde fördern. Zum Beispiel das alte Gerichtshaus zur öffentlichen Galerie machen oder Kunstauktion abhalten. Und

Mit dem dritten Projekt will sich Jehl auch einen persönlichen Wunsch erfüllen, nämlich der Wiederaufführung des Freilichtspiels «800 Jahre Irsee». Das Stück wurde 1994 anlässlich der Dorfkulturtage im Klosterviertel aufgeführt. Barbara Helmschrott schrieb das Stück und inszenierte es mit Thomas Bobinger und Roswitha Kehrbaum als eine Reise in zehn Bildern durch die Geschichte des Dorfes und des Klosters. Für Jehl sei die Aufführung ein Augenblick gewesen, «in dem sich Irsee seiner Geschichte gewahr wurde». Markus Frobenius

Dr. Rainer Jehl

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