Energie
Irsee diskutiert über Windkraftanlagen

Seit Jahren arbeitet der Gemeinderat in Irsee an einer eigenständigen und nachhaltigen Energieversorgung. Beim Strom sei das der Gemeinde durch Biomasse («mit all seiner Problematik»), Fotovoltaik und Wasserkraft nahezu gelungen, erklärte Bürgermeister Andreas Lieb. Auch bei der Wärme sei Irsee auf einem guten Weg. Nun wurde im Gemeinderat eine weitere Alternative vorgestellt: Windenergie.

Das energiepolitische Ziel in Irsee sei eine regionale Eigenversorgung. Dadurch gebe es keinen Energieverlust beim Transport, aber zugleich bleibe die Wertschöpfung am Ort, betonte Lieb. Ob Windkraft dazugehören könne, sei aber völlig offen. Bislang steht auf Irseer Flur kein Windrad.

Allerdings ist ein Platz am Langweg auf der Hochebene vor Kleinkemnat im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Nun trug Werner Schramm dem Gemeinderat eine Idee zur Nutzung von Windenergie vor. Schramm ist Geschäftsführer einer Gesellschaft, die ein Windrad bei Peiting besitzt und deren Eigentümer die Bürger seien.

3,5 Millionen Euro pro Anlage

Er schlug zwei Windräder vor, deren Standorte südöstlich von Romatsried im Burgwald sein sollen - einer liege auf Gemeindegrund, der andere sei im Besitz der Bayerischen Staatsforsten. Die Windkraftanlagen müssten eine Nabenhöhe von rund 140 Meter und eine Gesamthöhe von rund 190 Meter haben, um wirtschaftlich zu arbeiten, so Schramm.

Pro Anlage fielen dabei Baukosten von mindestens 3,5 Millionen Euro an. Finanziert werden sollen sie durch Kredite und Beteiligung der Bürger, die dann Anteilseigner wären. Die Gemeinderäte standen dem skeptisch gegenüber.

Angesichts der mangelnden Speicherfähigkeit der Windenergie sei das nur mit einem gesicherten Energiemix möglich, so Martin Gedler. Für Günther Oberweiler waren außerdem die finanziellen Erträge aus der Bürgerbeteiligung zu hoch angesetzt.

Und Martin Hofmann empfahl, solche Anlagen eher gebündelt an Autobahnen oder im eher menschenleeren Sachsenrieder Forst zu bauen. Für den Bürgermeister war indes klar: Egal wo der Standort sei, solche Anlagen könnten nur in Abstimmung mit den benachbarten Gemeinden genehmigt werden. Erst danach will auch der Gemeinderat wieder darüber diskutieren.

Erneut war der Antrag eines Bürgers zur Fällung eines Baumes im Oberen Dorf Thema in dem Gremium. Das hatte Albert Graf für ein Baumgutachten beauftragt, aus dem dieser nun vortrug. Demnach ist die Esche etwa 150 Jahre alt, << vital und gesund >>. Sie neige lediglich zum verstärkten Wachstum gegenüber der Wetterseite, weshalb sie dort lang ausladende Äste habe.

Deshalb empfiehlt der Experte im Bereich der Krone, einige Äste zu kürzen, andere durch Seile zu stabilisieren und Totholz zu entfernen. Krank sei der Baum nicht, meinte Graf. Der Gemeinderat will nun die Hälfte der 1400 Euro, die die Baumschutzmaßnahme koste soll, übernehmen. Auf Antrag von Oberweiler soll Graf auch weitere Untersuchungen der Irseer Naturdenkmäler im Laufe des Jahres vornehmen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen