Mobilfunk
Interessengemeinschaft und Gemeinde Eggenthal informieren über Messergebnis der Strahlenbelastung in der Kommune

Die Gemeinde Eggenthal hat über 29 Quadratkilometer Fläche, aber nur rund 1300 Einwohner. Die Telefonversorgung erfolgt über drei Einwahlknoten in Friesenried, Oberegg und Ronsberg mit drei Vorwahlnummern. «Wir haben zu wenig Interessierte, zu viel Fläche und drei Einwahlknoten. Deshalb ist eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser nicht machbar», erklärte Bürgermeister Harald Polzer bei einer Veranstaltung über Mobilfunk in Völken.

Fünf Standorte

Zu der hatten die Interessengemeinschaft Mobilfunk Eggenthal (IGM) und die Gemeinde geladen, um die Ergebnisse einer Messung der Strahlen durch die bestehenden Mobilfunkmasten vorzustellen. Seit 2008 bemüht sich die IGM mit den Initiatoren Menni Bachauer und Remigius Kirchmaier um Aufklärung und eine Verbesserung der Situation durch Minimierung und Optimierung der Strahlung. Damals war der erste Mast bei Grub geplant. Inzwischen sind es fünf - zwei stehen in Eggenthal im Haldenweg und in der Nähe des Wertstoffhofs, einer in Grub und zwei in Beschaunen. Ein weiterer Ausbau, auch mit der Internetverbindung LTE, ist geplant. Auf Anregung der IGM veranlasste die Gemeinde deshalb die Messung.

Zweiter Bürgermeister Anton Sanktjohanser trug deren Ergebnisse vor: An neun Punkten wurde die Strahlung der fünf Masten gemessen. Die Masten in Beschaunen und Grub seien zu niedrig und die Standorte in Eggenthal wegen ihrer Nähe zur Wohnbebauung «problematisch», so der Gutachter. Die Strahlungshöhen lägen oft über dem sogenannten «Salzburger Vorsorgewert» (ein Milliwatt pro Quadratmeter) und meistens über dem Schweizer Anlagewert (42,5 mW/m²). Der deutsche Grenzwert (4650 mW/m²) wurde dagegen immer unterschritten: «Der deutsche Grenzwert ist so, als wenn für die Kreisstraße zwischen Eggenthal und Baisweil eine Geschwindigkeit vom 10000 Stundenkilometern empfohlen wird», meinte Kirchmaier.

Auch Sanktjohanser zeigte sich enttäuscht über das staatliche Interesse, die Bürger zu schützen: Eine klare Auskunft, was genau Strahlenbelastung sei, habe er nicht bekommen.

Das sei auch kein Wunder, meinte die Vorsitzende der Mobilfunkinitiative Ostallgäu, Renate Marek: Der deutsche Grenzwert sei durch einen sechsminütigen Test der Industrie festgelegt worden: Dabei sei auf eine Gel-Puppe gestrahlt worden, um die thermische Belastung herauszufinden. «Aber der Mensch ist ein biologisches System und wird mit Mobilfunk nicht nur sechs Minuten, sondern dauerhaft bestrahlt», so Marek. «Außerdem gibt es 50 Milliarden Gründe, den Grenzwert nicht herabzusetzen.

» Sie spielte damit auf den Verkaufspreis für die Mobilfunklizenzen an, für die der Staat 2001 rund 50 Milliarden Euro kassierte.

Doch Mareks Idee, einen Bebauungsplan für die Gemeinde auszuarbeiten und mit Hilfe einer Studie Standorte für Mobilfunkmasten auszuweisen, sei im großflächigen Eggenthal kaum umsetzbar. Kirchmaier schlug deshalb kleinteilige Lösungen vor. Die IGM will dafür Vorschläge sammeln, die auch bei der anschließenden Diskussion von den Besuchern kamen - und der Gemeinde vorlegen. Neue Ideen könne die angesichts der verzwickten Lage gebrauchen, meinte Polzer.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen