Gesundheit
Infoveranstaltung zum Digitalfung: Experte warnt vor Strahlen

Die Aussagen des Baubiologen und Messtechnikers Johannes Schmidt an Eggenthals Bürgermeister Harald Polzer und seine Gemeinderäte waren klar: Er mahnte zur Vorsicht bei der Standort-Wahl für einen Funkmast für den Behördenfunk (Tetra BOS). Ebenso solle man die Hände weglassen von einer reinen Funklösung für das schnelle Internet. Schmidt war in einer gemeinsamen Aktion der Interessengemeinschaft (IG) Mobilfunk und der Gemeinde Eggenthal in das Gasthaus Krone eingeladen worden, um die Bürger über BOS und Internet zu informieren. Die Veranstaltung war zwar nicht schlecht besucht, allerdings hätte man sich mehr Zuspruch gewünscht.

Die Anwesenden diskutierten die Themen aber sehr engagiert. Zum Ende der Veranstaltung meldete sich der bisherige IG-Sprecher Remigius Kirchmaier aus der IG ab. Es gebe immer weniger gemeinsame Interessen zwischen Gemeinde und IG, begründete er seinen Entschluss. Die IG soll jedoch weiter bestehen.

Unter drei Aspekten untersuchte Johannes Schmidt, Experte von 'Diagnose Funk', die vorgegebenen Themen: Technik, Kosten und Gesundheit. Immer wieder unterstrich er, dass der Faktor Gesundheit bei allen Bewertungen stets an erster Stelle stehen müsse.

Er sei nicht immer gegen etwas, erwarte aber, dass unsinnige Entscheidungen gekippt würden. Technische Möglichkeiten, die den Anforderungen in jeder Hinsicht besser genügen, seien da, würden aber nicht eingeführt, wundere er sich.

Beispiel BOS: Das System, das jetzt bundesweit aufgebaut wird, sei bereits in der unzulänglichen Grundausstattung zu teuer (circa zehn Milliarden Euro), nicht ausgereift, unsicher und störanfällig. Experten sprächen von einer untauglichen Sparversion, die eine professionelle Polizeiarbeit nicht zulasse.

Moderne Mobiltelefone beschrieb er als vielfach leistungsfähiger. Die Tetra-Endgeräte seien gesundheitsschädlich für die Einsatzkräfte, die rund um die Uhr strahlenden Basisstationen (Funkmasten) für alle Bürger. Die gesundheitlichen Schädigungen gingen, so Schmidt, von den gepulsten Frequenzen aus. Kurzzeitauswirkungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen sowie Langzeitauswirkungen bis hin zur Fortpflanzungsunfähigkeit und Krebs könnten die Folgen sein. Die gesundheitsschädlichen Effekte existierten bereits weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte.

Hinsichtlich des schnellen Internets kommt für Schmidt eigentlich nur die zukunftssichere Glasfaserlösung in Betracht. Allenfalls könne er sich noch eine Versorgungs-Mischung aus Glasfaser, Richtfunk und Übertragung per Telefonkabel vorstellen.

Um in den Genuss der Fördergelder zu kommen, hat Eggenthals Gemeinderat kürzlich einen entsprechenden Antrag gestellt – auf der Basis einer Funklösung. Man habe sich intensiv mit dem Thema befasst, unterstrich Bürgermeister Harald Polzer. Eine Glasfaser-Lösung sei für den Ort aus Kostengründen allerdings nicht machbar.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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