Feier
In der alten Schmiede in Ruderatshofen glüht erneut das Feuer

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Über 350 freiwillige Arbeitsstunden leisteten zahlreiche ehrenamtliche Helfer, um die alte Schmiede, das nach der Kirche zweitälteste Gebäude der Gemeinde Ruderatshofen, wieder zu einem Schmuckstück zu gestalten. Im zweiten Anlauf wurde das renovierte Haus kürzlich bei strahlendem Sonnenschein eingeweiht.

In der Messe bezeichnete Monsignore Wilhelm Tome Esse und Amboss als die wichtigsten Utensilien der alten Schmiede. Denn mit kräftigen Hammerschlägen werde auf dem Amboss das glühende Eisen in die gewünschte Form gebracht. Dabei genüge es nicht, den Hammer niedersausen zu lassen.

Vielmehr brauche es auch das Gefühl des Schmiedes, um das Eisen in die richtige Form zu bringen. Der Mensch stehe bildlich zwischen Hammer und Amboss. Er müsse der Feuerglut des Schicksals ebenso standhalten wie dessen harten Schlägen. Nach der Messe segnete Tome die wiedererstandene alte Schmiede.

Bereits am Einfallen sei das Gebäude gewesen, als vor einigen Jahren im Gemeinderat die Zukunft der alten Schmiede diskutiert wurde, erinnerte Bürgermeister Johann Stich. Urkundlich bereits 1500 und 1650 erwähnt, ist die alte Schmiede wohl das älteste Haus im Dorf, sicher aber die älteste Schmiede im Allgäu. Deshalb habe sich das Gremium für ihren Erhalt ausgesprochen.

Doch von den 67 Quadratmetern Grundfläche gehörten der Gemeinde nur acht. Darauf stand in der Schmiede einst eine gemeindliche Waage. Die restliche Fläche war in Privatbesitz, den die Gemeinde aber erwerben konnte, erzählte der Bürgermeister weiter.

Ingenieur Josef Keller hatte sich bereit erklärt, die Bauleitung und Koordination der Handwerker und freiwilligen Helfer zu übernehmen. Dank der Helferstunden und vieler Spenden von einheimischen Firmen sowie Sachspenden wie Holz für fehlende Balken von den Landwirten mussten für die Renovierung insgesamt nur rund 55000 Euro ausgegeben worden. Vom Amt für Denkmalpflege erhielt die Gemeinde 10000 Euro, weitere 10000 Euro vom Landkreis. An Geldspenden gingen rund 2000 Euro ein.

Für Denkmalpreis angemeldet

An Gerätschaften wurde hergerichtet, was noch unter dem Schutt vorhanden war. Weitere Gerätschaften stellten mehrere Leihgeber zur Verfügung, sodass die Schmiede jetzt wieder funktionsfähig ausgestattet ist. Bürgermeister Stich freute sich darüber, dass die Schmiede wieder zum Dorfleben gehöre und künftig durch jährliche Aktionen am Leben erhalten werde.

Er habe das Objekt auch für den Ostallgäuer Denkmalpreis angemeldet, so Stich.

Anschließend wurde auf der abgesperrten Dorfstraße vor dem renovierten Gebäude fröhlich gefeiert. Dazu spielte die Musikkapelle auf. Der Erlös des Festes war für die alte Schmiede bestimmt. Drinnen zeigte Jakob Tronsberg den vielen Interessenten die Schmiedekunst hautnah. Auch weitere Gerätschaften wie eine Sensendengelmaschine wurden erläutert und vorgeführt.

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