Kommunikation
Holzstettener wehren sich gegen geplante Funklösung

Vorige Woche wollte der Gemeinderat in Eggenthal die Standorte für die von ihm beschlossene schnelle Internetverbindung durch Funk-DSL festlegen. Doch überraschend waren rund 70 Bürger aus dem Ortsteil Holzstetten gekommen, um eine Petition dagegen zu überreichen. Am Sonntag trafen sich erneut etwa 65 Bürger, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Der Gemeinderat hatte sich nach längerer Diskussion für die Funklösung als nach seiner Meinung kostengünstigste und strahlenärmste ausgesprochen. Vor der Sitzung, bei der die Standorte für die drei Funkmasten festgelegt werden sollten, wurden die Bürger in Holzstetten darüber informiert, dass ein Mast bei Stehlings aufgestellt werden soll.

Gegen diesen Mast wenden sich inzwischen 91 Bürger, die eine entsprechende Liste unterzeichneten, teilt Sylvia Lustig, eine der Initiatoren mit. Denn bereits jetzt habe Holzstetten eine ausreichende Internetversorgung mit Funk, und zwar über die eher strahlenintensive Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) aus Allersberg. Zudem plane ein anderes Telekommunikationsunternehmen einen weiteren LTE-Masten bei Beschaunen.

Werde nun mit W-LAN und Richtfunk die Funklösung verwirklicht, gebe es für Holzstetten eine Mehrfachversorgung, wodurch sich die Strahlenbelastung entsprechend erhöhe: 'Wir sind gegen die geplante Funklösung, da noch vieles ungeklärt ist', so Lustig.

Zumal viele Bürger die Informationspolitik der Gemeinde als nicht ausreichend ansehen: Nach Vertragseinsicht sei nämlich nicht auszuschließen, dass die Funkmasten neben dem angekündigten Richtfunk sowohl von der Betreiberfirma als auch durch andere Mobilfunkbetreiber für weitere Funktechniken wie WIMAX, BOS oder Mobilfunk genutzt werden könnten. Diese Widersprüche müsse die Gemeinde auflösen, fordern die Bürger.

Sie wollen sich in ihrer Freizeit darum bemühen, klare und verlässliche Grundlagen zu schaffen, um einschätzen zu können, welche Lösungen separat für Holzstetten oder für die gesamte Gemeinde möglich seien: 'Wir wollen zuerst prüfen, wie realistisch eine Glasfaserlösung ist und zu welchen Kosten', erklärt Lustig.

Umgekehrt könne die Gemeinde klären, ob Holzstetten aus dem Vertrag für die Funklösung herausgenommen werden könne. Doch am Liebsten wäre den Bürgern, wenn die Vertragsausführung gestoppt werde, solange die Glasfaserlösung nicht – wie in anderen Gemeinden geschehen – ausgiebig verhandelt sei. Das nächste Treffen plane die Bürgerinitiative, sobald die Antworten der Gemeinde auf ihre Petition vorliegen.

'Wir wollen auf jeden Fall im Gespräch mit der Gemeinde bleiben', sagt Lustig. Sollten die Bedenken zerstreut werden und die Gemeinde einen wasserdichten Vertrag für eine echte strahlungsarme Richtfunklösung ohne Schlupflöcher für andere Techniken vorweisen, sei nicht auszuschließen, dass die Lösung akzeptiert werde. Allerdings verweisen einige Bürger darauf, dass ein Bürgerbegehren gegen das Vorhaben ebenfalls nicht auszuschließen sei.

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