Special Ostern ÜBERSICHT

Kirchensanierung
Historische Glocke wird aus der Röthenbacher Kirche St. Martin abtransportiert

445 Jahre ist sie alt: Die zweitgrößte Glocke im Turm der Pfarrkirche St. Martin in Röthenbach. Hanns Christoff Löffler goss sie einst in Innsbruck. Gestern wurde die 1500 Kilogramm schwere Glocke, Schlagton es, mit einem Spezialkran aus dem Kirchturm gehoben. Die Glocke aus dem Jahr 1565 wird im Zuge der Sanierungsmaßnahmen des Glockenstuhls restauriert. Dort werden die vorhandenen Stahljoche (das Trägersystem für die Glocken) gegen Holzjoche ausgetauscht.

«Die Glocke hat einen Riss und wird in ein Glocken-Schweißwerk nach Nördlingen gebracht», erklärt Florian Scharmacher vom Kemptener Ingenieurbüro Dr. Schütz. Das Büro leitet die Sanierungsmaßnahme. Eine weitere Röthenbacher Glocke aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hat den Weg nach Nordschwaben bereits hinter sich.

Doch bevor die Glocke die Reise ins Nördlinger Ries antreten konnte, war erst einmal Präzisionsarbeit gefragt. «Die Mittelstrebe musste entfernt werden», sagt Pfarrer Werner Karl Badura, der sich das Spektakel bei Eiseskälte anschaute. Auch seitlich musste das Mauerwerk ausgeschlagen werden, damit die Glocke überhaupt herausgehoben werden konnte. Der Transport der Glocke aus dem Turm dauerte fünf Minuten, das Aufbauen des Spezialkranes fast zwei Stunden.

Der Klangkörper wird nach Angaben von Ingenieur Scharmacher etwa zwei Wochen restauriert. «Zehn Tage lang wird die Glocke aufgeheizt. Erst dann kann geschweißt werden, um Spannungsrisse zu vermeiden.» Das Glocken-Schweißwerk der Firma Lachenmeyer ist nach Angaben des Ingenieurs das einzige in Süddeutschland. Die Referenzliste des Spezialisten ist lang. So haben die Glockendoktoren schon im Kölner Dom eine 25-Tonnen-Glocke repariert, im Freiburger Münster die Angelus-Glocke aus dem Jahr 1268.

Seit Anfang 2010 laufen die Sanierungsmaßnahmen am Gotteshaus in Röthenbach. Zuerst war der Dachstuhl an der Reihe, bis zum Osterfest soll der Glockenstuhl und die neue Eindeckung der Sakristei fertig gestellt sein. Die Kosten der jetzigen Maßnahme belaufen sich auf 120000 Euro. Einen Teil übernimmt die Diözese, den Großteil muss aber die Pfarrei tragen. Spätestens zum Osterfest Ende April sollen dann die Glocken erklingen.

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