Solarförderung
Grüne Abgeordnete informieren sich in Biessenhofen über Kürzungen der Solarförderung

Politik muss verlässlich sein und den Unternehmen Planungssicherheit bieten. Diese Erkenntnis nimmt die Landeschefin der Grünen, Theresa Schopper, von einem Besuch in Biessenhofen mit. Dort informierten sich drei Landtagsabgeordnete der Partei beim Solarzentrum Allgäu über aktuelle Entwicklungen der Branche.

Willi Bihler, Chef des Solarzentrums, stellte seine Firma vor, die Fotovoltaikmodule in China und Deutschland produziert, vertreibt und montiert. Eine spezielle Entwicklung Bihlers sind Module, die sowohl Strom als auch Wärme liefern.

Anhand seiner eigenen Gebäude zeigte Bihler, welche Möglichkeiten die Nutzung der Sonnenenergie bietet. Denn die Hallen des Solarzentrums, die gesamte Produktionsanlage und die Heizung werden sowohl mit Strom als auch mit Wärme aus Sonnenenergie versorgt.

Zudem werden PV-und Wärmepumpentechnologie kombiniert und in sieben Metern Tiefe das Grundwasser als Wärmequelle genutzt. Die Erdwärme treägt ferner dazu bei, im Winter an sonnigen Tagen mit geringem Energieeinsatz Schnee von den Modulen abzutauen.

Wichtiges Thema waren die Gesetzesänderungen, die seit dem Frühjahr für erhebliche Einbrüche bei der Solarbranche sorgten. Die Abgeordneten stimmten Bihler zu, dass der Subventionsabbau zu schnell kam. Grundsätzlich war man sich aber einig, dass die Solarförderung gekürzt werden soll.

'Momentan haben wir zu kämpfen', sagte Bihler den Abgeordneten. Von früher 100 Mitarbeitern musste Bihler seit Frühjahr 20 entlassen, denn nach der extremen Kürzung der Einspeisevergütung seien sehr viele Kunden abgesprungen.

Die Rentabilitätsberechnungen, die die Grundlage für die Aufträge bildeten, waren innerhalb kürzester Zeit hinfällig. 'Hier zeigt sich, wie Politik Planungssicherheit zerstören kann', kritisiert Schopper die Politik der Bundesregierung.

Für Bihlers Modulproduktion unter der Marke 'Wiosun' bedeutet dies, dass nach einem Verkauf von 10 Megawatt im Jahr 2011 heuer wohl nur fünf bis sechs Megawatt Modulleistung Abnehmer finden. 'Wir hoffen aber noch auf den Herbst', zeigt er sich optimistisch.

Schopper freute sich, dass es auch viele Kunden gibt, die bereit sind, etwas mehr zu bezahlen, wenn die PV-Module aus Deutschland oder – noch besser – aus dem Allgäu kommen.

Wärmepumpe mit eigenem Strom betreiben

In der Solarbranche tun sich gleichzeitig neue Geschäftsfelder auf, berichtete Bihler. So beschäftige er mittlerweile zwei Heizungsbauer und biete Systeme an, die thermische Solaranlagen, Fotovoltaik und Wärmepumpen kombinieren.

Bei dieser Technik versorge selbst produzierter Strom die Wärmepumpe. Zudem gewinne die Stromspeicherung mit Batterien an Bedeutung. Bihler kritisierte, dass die Nutzung von Wasserstoffgas, das sich mit Solarzellen günstig produzieren lasse, zu wenig forciert werde.

Kritik übte der Abgeordnete Thomas Gehring an der Industrie- und Handelskammer, die möglichst billigen Strom wolle, ohne regionale Wirtschaftskreisläufe zu beachten. Hubert Endhardt, Fraktionschef der Grünen im Kreistag, erinnerte daran, dass die Betriebe zu einem großen Teil die CO2-Emissionen verursachen.

Dies habe der Ostallgäuer Energiebericht gezeigt.

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