Polizei
Größter Polizeieinsatz seit sechs Jahren

Ein solches Polizeiaufgebot hat Grünenbach seit sechs Jahren nicht mehr erlebt: mehrere Streifen aus Lindenberg und Lindau, Beamte der zivilen Einsatzgruppe Lindau, mehrere Hundeführer, Abgesandte der Verhandlunsgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West und sogar ein Hubschrauber waren vorgestern im Einsatz. Die mehrstündige Suche nach dem mutmaßlichen Mörder einer 77-jährigen Frau aus Reichenberg (Landkreis Würzburg) hat die mit 1450 Einwohnern zweitkleinste Gemeinde des Landkreises Lindau zumindest bayernweit in die Schlagzeilen gebracht.

Zwei Tage nach Bekanntwerden der blutigen Tat - die Frau wurde offenbar erschlagen - wurde der tatverdächtige 71-jährige Ehemann am Montagabend in einer Grünenbacher Ortsfiliale nahe Schönau festgenommen, rund 300 Kilometer vom Tatort entfernt, wo er sich versteckt hatte. Unterwegs war er mit dem Familienauto, einem Mercedes.

Laubenberghalle als Stützpunkt

Als Stützpunkt für die Einsatzkräfte diente die Grünenbacher Laubenberghalle, der Hubschrauber landete in der Nähe des Milchwerks. Die Gemeinde half, wo sie konnte. «Wir haben die Polizei außerdem mit Daten von Einwohnermelde- und Bauamt versorgt.

Diese wurden letztlich aber gar nicht benötigt», sagt Bürgermeister Markus Eugler, der in seiner hauptberuflichen Funktion als Rettungsfahrer des Roten Kreuzes selbst vor Ort war.

Denn am Montag gegen 18.30 Uhr hieß es plötzlich «Zugriff», als der 71-Jährige zusammen mit seinem Hund aus dem Haus gekommen war, das zuvor bereits beobachtet worden war. Die Einsatzleitung vor Ort oblag Alexander Pfaff, Chef der Lindenberger Polizei, der dafür eigens aus dem Urlaub geholt wurde.

Der Mann wurde schließlich im Freien festgenommen. Ein Spezialeinsatzkommando, das sich als weitere Unterstützung bereits auf der Anfahrt befand, musste nicht mehr eingreifen. Beamte der Kripo Würzburg holten den Mann noch am Abend im Westallgäu ab und verbrachten ihn nach Franken.

Wieso der 71-Jährige ausgerechnet Grünenbach als Zufluchtsort gewählt hatte, ist noch nicht geklärt. Offenbar war er aber nicht zum ersten Mal in der Gemeinde.

Aussage verweigert

Gestern Nachmittag wurde der Rentner in Würzburg dem Haftrichter vorgeführt. Er verweigerte die Aussage. Gegen ihn erging dennoch Haftbefehl wegen Mordes. Danach wurde der Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

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