Konzert
Gospels-N-Joy reißt Zuhörer in der voll besetzten Irseer Klosterkirche mit

Gospelgesänge sind von Natur aus mitreißend und lassen keinen unberührt. Wenn man dann noch dem Konzert eines Gospelchors beiwohnt, dessen Dirigent eine wirklich authentische Ausbildung genossen hat ('Der Großvater meines Gesangslehrers war noch Sklave'), dann ist das emotionale Erlebnis eigentlich kaum mehr zu toppen. Ein Garant für solche Erfahrungen ist der Landsberger Gospelchor 'Gospels-N-Joy', der bei seinem Auftritt in der Irseer Klosterkirche für nahezu vollständig besetzte Bankreihen sorgte. Er wolle nicht viel reden, lieber singen, sagte Dirigent Charles B. Logan, nachdem sein Chor von hinten singend in die Kirche eingezogen war.

Nach einigen Nummern zum warm werden erklang 'Soon ah will be done' als erster Glanzpunkt. Trotz des hohen Tempos – das Arrangement vermittelte den Eindruck einer Schnellzug-Dampflok – kamen Textverständlichkeit und Expressivität nie zu kurz.

Das zunächst etwas passive Publikum forderte Logans kommunikatives Talent heraus. 'Das ist ein Mitmach-Konzert. Wem zum Klatschen zumute ist: Ich bitte darum. Keine Hemmungen!' Das Eis war bald gebrochen und nach einigen flotten Stücken freute man sich genauso auf die Ruhepunkte.

Logan sang ein unter die Haut gehendes Solo in 'He’s got the whole world in his hands', wobei sich Dynamik und ausdrucksvolles Singen von Strophe zu Strophe steigerten.

Gefaltete Hände der Chorsänger und die charakteristischen Anfangsakkorde: 'I will follow him' aus dem Film 'Sister Act' hat auch ohne Nonnenkostüme der Sängerinnen einen hohen Wiedererkennungswert.

Dass das Solo hier von einem Mann (Logan selbst) gesungen wurde, durfte bei dieser hohen Musikalität nicht einmal eingefleischte Puristen gestört haben. Auch andere nicht genuine Gospelnummern wie beispielsweise Aretha Franklins 'I say a little prayer' brachte der Chor auf exquisite Weise zum Erklingen

'Ride on King Jesus' sang der Chor in Irsee zum ersten Mal. 'Wenn Jesus so viel für uns tut, dann sollten wir ihm zumindest zujubeln' so Logan. In 'This is how it feels to be free' bekam man eine Ahnung, aus welcher Situation heraus Gospelmusik entstanden ist.

Bei 'To dream the impossible dream' lag man sicherlich nicht ganz verkehrt, wenn man an die weitere Entwicklung der Situation der Schwarzen in den USA dachte – vor allem an die legendäre 'I have a dream'-Rede von Martin Luther King.

Selbst wenn die typischen 'blue notes' vielleicht nicht ganz exakt intoniert wurden: Logan konnte seine Begeisterung für diese Musik bestens auf den Chor übertragen und der Funke war am Ende ganz auf das begeisterte Publikum übergesprungen.

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