Wasser
Gennach-Hühnerbach-Gruppe zieht ab 2013 höhere Wassergebühren ins Kalkül

Der Zweckverband zur Wasserversorgung Gennach-Hühnerbach-Gruppe wird voraussichtlich ab dem 1. Januar 2013 den Trinkwasserpreis erhöhen. Im Raum steht eine Anhebung von derzeit (netto) 40 Cent pro Kubikmeter auf 50 Cent. Kostendeckend wäre zwar erst ein Preis jenseits von 60 Cent, doch ein so großer Sprung nach oben wurde bei der Versammlung in Mauerstetten von der Mehrheit der Verbandsräte abgelehnt. Ein Grund für die Anhebung: Das Rohrnetz des Verbandes ist dringend sanierungsbedürftig, schon jetzt belaufen sich die Leitungsverluste auf sieben Prozent der Fördermenge. Über 86 000 Kubikmeter Trinkwasser versickerten im vergangenen Jahr im Erdreich.

Mit Blick auf die Rücklagen des Verbandes (knapp eine Million Euro) könnte man den niedrigen Wasserpreis der Gennach-Hühnerbach-Gruppe von 40 Cent (zum Vergleich die Netto-Preise in Buchloe: 75 Cent; in Kaufbeuren: 94 Cent) theoretisch zwar noch ein paar Jahre beibehalten, betonte Vorsitzender Alexander Müller, doch dann hätte man keinen finanziellen Spielraum mehr für Investitionen: 'Wir kommen um eine Erhöhung der Wassergebühren nicht herum.' Vor allem im Raum Aufkirch und Frankenried müsse in den kommenden Jahren das Leitungsnetz erneuert werden.

Dort bestehen die Rohrleitungen aus Gusseisen, die ohne eine schützende Sandschicht direkt ins Erdreich verlegt wurden – und im sauren Boden nun von außen angefressen werden, wie Müller anhand eines maroden Rohrstücks demonstrierte. Doch auch in anderen Gebieten geht Wasser verloren: 36 Rohrschäden, die teilweise auch auf den strengen Winter zurückzuführen seien, mussten im vergangenen Jahr repariert werden.

Mahnungsresistente Kunden

Sorgen bereitet der Gennach-Hühnerbach-Gruppe die schlechte Zahlungsmoral mancher Kunden.

Dass im vergangenen Jahr 127 der insgesamt 5 488 Kunden ihre Wasserrechnung einfach nicht begleichen wollten und auch auf Mahnungen nicht reagierten, kann Alex Müller auch im Hinblick auf die eher kleinen Beträge schlicht nicht nachvollziehen. 'Nach der zweiten Mahnung gibt’s künftig kein Pardon mehr', so Müller. Dann werde der Wasseranschluss stillgelegt.

Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten wurden 2011 erstmals Entschädigungszahlungen an die Landwirte geleistet, die von den Einschränkungen im Wasserschutzgebiet (Schutzzone 2) rund um die Tiefbrunnenanlage 'Hochreute' betroffen sind. Pro Hektar und Jahr erhalten die Bauern 200 Euro, was 7 600 Euro für die Wasserversorger ausmacht. Für die Schutzzone rund um die zweite Anlage des Zweckverbandes auf dem 'Gerbishofer Feld' stehen die entsprechenden Vereinbarungen noch aus.

Keine Beanstandungen ergaben die Test der Wasserqualität. Aus den drei Tiefbrunnen bei Hochreute wurden 748 800 Kubikmeter gefördert, die beiden Brunnen auf dem 'Gerbishofer Feld' lieferten 471 500 Kubikmeter.

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