Versorgung
Gemeinderatsbeschluss: Irsee will Straßenbeleuchtung komplett übernehmen - Orgel wird saniert

Der Gemeinderat will die Straßenbeleuchtung in Irsee in Eigenregie übernehmen. Eine Abgabe an einen Stromkonzern kam für das Gremium nicht in Frage. Bürgermeister Andreas Lieb hatte zuvor gewarnt, dass die Gemeinde ihren Einfluss auf kommunale Einrichtungen nicht einfach weggeben sollte: «Wer weiß, was noch alles kommt.»

Derzeit besitzt die Gemeinde etwa 90 Prozent der 165 Laternen in Irsee, die restlichen zehn Prozent gehören den Lechwerken (LEW). Doch nach einem Bundesgesetz zur Regulierung des Strommarktes dürfen Konzerne zunächst keine Beleuchtungsanlagen besitzen, da das ein Nebengeschäft sei, erklärte Lieb. Um dem Gesetz Genüge zu tun, gebe es zwei Lösungen: Zum einen das << Sorglospaket >>, bei dem die Gemeinde alle Laternen an die LEW zur Betreuung abgebe. Das habe auch der Bayerische Gemeindetag empfohlen, berichtete der Bürgermeister. Doch gegen die Privatisierung wandte er sich. Denn momentan habe, auch wegen des Atomausstiegs, eine Rekommunalisierung eingesetzt. Bei der Energieversorgung habe Irsee schon jetzt einen großen Schritt zur Unabhängigkeit gemacht.

Zudem habe die Irseer Straßenbeleuchtung einen Wert von rund 210000 Euro, den die Gemeinde weggeben würde - ohne zu wissen, ob die private Wartung der Anlagen zukünftig gesichert sei.

Zweite Lösung

Deshalb sollte die Gemeinde lieber die zweite Lösung wählen, bei der die LEW ihren zehnprozentigen Anteil an die Kommune abgebe. Der Gemeinderat schloss sich dieser Meinung an. Dazu genehmigte das Gremium einen neuen Betreuungsvertrag für die Beleuchtung mit den Lechwerken.

Außerdem bewilligte der Gemeinderat einen Zuschuss zur Sanierung der Orgel in der Stephanskirche. Die war mit viel ehrenamtlichem Engagement bis 2005 aufwendig restauriert worden und sei nun ein << Glanzpunkt >> in Irsee, so der Bürgermeister. Der Förderverein von St. Stephan stellte nun einen Zuschussantrag für die Orgel.

Für die Reinigung und Beseitigung der Schäden am Gehäuse sowie der Retuschierung der Maserung fielen rund 2700 Euro an. Die Gemeinde übernimmt 900 Euro.

Die Gemeinde möchte auch die kleine Häuserchronik << Alt-Irsee >> erneut drucken lassen. Das 108-seitige Werk wurde 2004 von der Gemeinde herausgegeben und von Franz Abfalter und Volker Koneberg konzipiert. Während damals 500 Stück für rund 4900 Euro gedruckt wurden, inzwischen aber fast komplett vergriffen sind, sollen es diesmal weniger sein, schlug der Bürgermeister vor. Die Gemeinderäte wollen mindestens 300 Stück bei der Neuauflage: Dadurch könne auch der alte Verkaufspreis beibehalten werden, meinte Georg Heinle. Nun soll ein Angebot eingeholt werden. (fro)

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen