Energie
Gemeinderat in Irsee lehnt weitere Flächen für Windräder ab

Nachdem der Regionale Planungsverband Allgäu (RPV) einen Plan für mögliche Standorte von Windkraftanlagen vorgelegt hat, diskutierte der Gemeinderat Irsee, ob auf den übrig gebliebenen Flächen Standorte möglich seien. Das Gremium beschloss in seiner Stellungnahme einstimmig, dass dies nicht der Fall sei. Bürgermeister Andreas Lieb machte zuvor geltend, dass die Gemeinde zwar auf regenerative Energie setze. Doch beim Strom aus Biogas, Fotovoltaik und Wasserkraft werde schon jetzt mehr produziert, als in Irsee verbraucht werde. 'Wir sind mit Strom bereits überversorgt', erklärte Lieb.

Zudem setzte die Gemeinde weiter auf Strom sparende Maßnahmen und baue auch ihr Nahwärmenetz noch entschieden aus. Die vier möglichen Standorte für WKA – bei Bickenried, bei Oggenried, bei Wielen und Richtung Friesenried – die der RPV vorschlägt, seien also von der Energiebilanz nicht nötig.

Außerdem gebe es gewichtige Gründe gegen die Standorte, da sie so klein seien, dass auf keinem eine Konzentrationsfläche möglich sei. 'Wir könnten höchstens an vier Ecken der Gemeinde einen Standort ausweisen', so Lieb. Das aber sei durch die aufwendigen Erschließungen nicht wirtschaftlich.

Zumal zwei Standorte in Schwachwindgebieten und ein Standort in einem Naturschutzgebiet liegen. Obendrein grenzten alle vier an Grundwasservorkommen.

Der Gemeinderat war sich deshalb einig, dass die vom RPV vorgeschlagenen Gebiete wirtschaftlich, energetisch und ökologisch unverantwortlich seien und lehnte sie ab.

Angesichts der 'Halbwertszeit' der politischen Beschlüsse auf höherer Ebene sei das Thema aber wohl nur vorübergehend vom Tisch, orakelte Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner.

Daneben besetzte der Gemeinderat aber einen Ausschuss, der ebenfalls mit Energie zu tun hat: Er soll einen neuen Konzessionsvertrag ab 2014 mit einem Netzbetreiber aushandeln.

Da der Gesetzgeber Erzeugung, Vertrieb und Netzbetrieb für Strom trennte, schrieb die Gemeinde im April 2012 den auslaufenden Vertrag für den Netzbetrieb und das Wegenutzungsrecht neu aus. Darauf meldeten sich drei Bewerber, berichtete Lieb.

Mit diesen soll der neue Ausschuss die Konditionen aushandeln. Der Gemeinderat bestimmte dafür Georg Heinle, Martin Hofmann, Lieb, Günther Oberweiler und Sellner.

Alten Beschluss korrigiert

Zudem korrigierte das Gremium einen alten Beschluss für einen Bauantrag für ein Einfamilienhaus in der Maxau. Dafür war eine Geschossflächenzahl (bebaubare Fläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche) von 0,3 bewilligt worden.

Das Landratsamt Ostallgäu erklärte nun aber, dass sich seit rund einem Jahr die Berechnung geändert habe und dass in dem Gebiet bereits seit 1997 ein Gebäude mit einer höheren GFZ stehe. Aufgrund der geänderten Bestimmung und um die Antragsteller gleichzubehandeln, sollte eine größere GFZ genehmigt werden, meinte Karlheinz Sobek.

Zwar wies Oberweiler darauf hin, dass dann möglicherweise ein Nachbar dagegen klage. Dennoch bewilligte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme eine GFZ von 0,468.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen