Überschwemmung
Flut von Maßnahmen gegen Hochwasser

Der Hochwasser-Schutz von Siedlungen hat für Dieter Schade vom Wasserwirtschaftsamt Kempten höchste Priorität. Seine Behörde plant infolge der Jahrhundertflut an Pfingsten für mehrere Millionen Mark Maßnahmen gegen Überschwemmungen. Schwerpunkt ist Biessenhofen. Außerdem gibt es für die Orte an Kirnach, Geltnach und Günz Planungen zum besseren Schutz.

Besonders hart betroffen vom Pfingst-Hochwasser war Biessenhofen. Dort drohten die Wertachdämme zu brechen, mehrere Häuser und Straßen an Kirnach und Wertach waren überflutet. Nun hat das Wasserwirtschaftsamt reagiert. Die Erhöhung des Damms von der Bundesstraße 16 flussabwärts ist genehmigt. Für 50.000 Mark wird der Wall erhöht, sodass die Häuser im Wiesenweg und an der Schützenstraße besser gesichert sind.

Damm ums Paradies

Nächster Schritt ist der Hochwasserschutz Biessenhofen West, der rund 1 Million Mark kosten dürfte. In den nächsten zwei Jahren werden voraussichtlich die Deiche erhöht, so dass die Überflutungsgefahr für den Tegelbergweg sinkt. Bis zum Abschluss der Hochwasser-Planung ist eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes für weitere Häuser in diesem Bereich zurückgestellt. Auch für die Häuser südlich der Wertach wird eine Lösung gesucht. Für 500.000 Mark soll ein Damm um die Paradiesinsel zwischen Wertach und Mühlbach errichtet werden.

Nötig ist zudem eine Erhöhung der Deiche beim Wertach-Kraftwerk Ebenhofen. Durch natürliche Absenkungen ist die Deichkrone niedriger geworden. Nun muss der Damm wieder auf die Soll-Höhe gebracht und verstärkt werden. Momentan werde noch geplant, berichtet Michael Mauersberger von den zuständigen Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerken (VWEW). Durch Bohrungen wird der Zustand des Damms ermittelt. Die Sanierung soll möglichst bald starten.

Während die Wertach als Gewässer erster Ordnung in die Hoheit des Staates fällt, ist für die untere Kirnach der Bezirk zuständig. Auch dort sollen bald die Bagger anrollen. Bei Ebenhofen gilt es, bessere Abflussmöglichkeiten zu schaffen. Denn das bestehende Altwasser konnte die Flut an Pfingsten nicht aufnehmen und über das Kirnach-Kraftwerk der VWEW lief viermal soviel Wasser wie genehmigt, berichtet Mauersberger. Nun wird ein dritter Weg gesucht, um das Wasser notfalls umzuleiten. Zudem sollen einige Häuser durch einen Damm geschützt und die Brücken verstärkt werden. Auch für diese Maßnahmen muss der Bezirk bezahlen.

"Dringender Bedarf"

Langsamer geht es dort voran, wo die Gemeinden für den Unterhalt der Kirnach zuständig sind: Die Gemeinde Unterthingau hat aber bereits eine Studie zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Auftrag gegeben. In Aitrang ist man noch nicht so weit, obwohl laut Schade "dringender Handlungsbedarf" bestehe. Aitrang sei aber durch hohe Investitionen für die Kanalisation extrem belastet. Bei einem Gespräch mit den Bürgermeistern von Unterthingau, Aitrang, Ruderatshofen und Biessenhofen sollen nun auch Überflutungsflächen für die Kirnach gesucht werden.

Weitere Planungen laufen für Ob (Gemeinde Bidingen), wo die Situation am oberen Hühnerbach entspannt werden soll; verbessern will man zudem den Hochwasserschutz an der Geltnach bei Bertoldshofen und für den Mühlbach in Stötten. Planungen laufen auch für die Günz: Die östliche Günz soll in Obergünzburg hochwassersicher gemacht werden. Dafür will man fünf Bauabschnitte zusammenzufassen. Das Fünf-Millionen-Projekt soll bis zum Jahr 2002 abgeschlossen sein.

Zusammenfassend meint Schade, das Pfingsthochwasser habe den Handlungsbedarf gezeigt: "Der Grüntensee kann nicht alles zurückhalten." Nun gelte es, mit sofort abrufbaren Staatszuschüssen Schwachpunkte zu beseitigen: "Sonst fragen die Bürger beim nächsten Hochwasser enttäuscht, warum nichts gemacht worden ist."

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