Wettbewerb
Fliegende Hunde bei der Hundefrisbee-EM in Pforzen

Der kalte Nieselregen lässt die Frisbeescheibe glänzen wie frisch lackiert. Ein kurzer, entschlossener Schleuderer, das blaue Plastik-Ufo steigt in den Himmel und der kleine Border Collie rast kläffend los, als gelte es, ein verirrtes Schaf vor dem Sturz über schottische Felsklippen zu bewahren. Doch 'Fanta' hat keine Chance. Eine Windböe schüttelt zuerst das Maisfeld durch, pfeift kurz darauf übers Wettkampfgelände, lupft die Scheibe an und weht sie über das Schweizer Mannschaftszelt hinweg ins Aus. Applaus erhält 'Fanta' trotzdem: Sie apportiert einfach die nächstbeste Frisbeescheibe, die herumliegt. Punkte bei der 'Discdogging'-Europameisterschaft gibt es für die Einlage aber nicht. 'Fanta' wird es nicht ins Finale schaffen. Dort geben andere den Ton an.

Die erste 'Ronja' verhilft ihrer Besitzerin, der Düsseldorferin Christina Weiss, zum Europameister-Titel. Die zweite 'Ronja' tröstet ihr Herrchen, Titelverteidiger Timo Kehlbeck, immerhin mit einem Sieg im Freestyle. In der Gesamtwertung kommt der Lokalmatador aus Kaufbeuren und Organisator der EM wegen Patzern beim Weitwurf nicht über Rang fünf hinaus.

Dass Kehlbeck trotzdem mit einem breiten Lächeln im Jury-Zelt sitzt, hat andere Gründe: Die gute Laune der knapp 40 Teilnehmer, das perfekte Wettkampfgelände auf der Pforzener Flohwiese, der fast schon idyllische 'Campingplatz' direkt an der Wertach, die Zahl der teilnehmenden Nationen – und das Treffen mit den frisbeeverrückten Hundefreunden aus ganz Europa.

'Das war einfach genial. Stimmungsmäßig die beste Veranstaltung, die ich bisher besucht habe', sagt Kehlbeck.

Manche der regenfesten Zaungäste haben das Gassigehen mit der EM kombiniert, staunen, wie viel Spaß man beim 'Discdogging' haben kann – und bekommen nebenbei noch einen Multi-Sprachkurs in Hundekommandos serviert: Ob 'Forza, forza', 'Vite, vite', 'Go Baby, go' oder 'Vamos': die kleinen, agilen Hunde spurten los, als würde es auf der 'Flohwiese' tatsächlich Flöhe geben.

Richtig rasant wird die Randsportart aber nicht nur beim Fangen und Apportieren aus großer Entfernung, sondern auch bei der musikuntermalten zweiminütigen Kür, die Hund und Herrchen alle Freiheiten lässt: Für schnelle Serien von kurzen Würfen, für hohe Sprünge über den Rücken und für viele Stilelemente aus dem 'Dog-Dancing' – wie zum Beispiel dem schnellen Slalom durch die Beine.

Warum beim 'Discdogging' fast nur kleine, drahtige Collies und Hütehunde wie Timo Kehlbecks Appenzeller-Hündin 'Ronja' eingesetzt werden, erklärt sich bei den vielen hohen Sprüngen von selbst.

Im kommenden Jahr, da ist sich Kehlbeck sicher, wird es in Pforzen wieder einen Hundefrisbee-Wettkampf auf europäischer Ebene geben. 'Pforzen könnte regelmäßiger Austragungsort werden'.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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