Heimatreporter-Beitrag: Weekend to go!
First-Responder oder meine Stadt rettet?

Da fand ich letztens in einer Ablage die 23 Ausgabe von „Feuerwehren im Landkreis Ostallgäu“ vor und da ich ca. 7 Jahre bei der FFW Immenstadt mitgemischt hatte, nahm ich mir das Heft und lass es aufmerksam durch.
Das was mir in diesem Heft sofort auffiel, waren die Eingangsworte der Landrätin Frau Maria Rita Zinnecker wo Sie zu der Freiwilligenarbeit der Feuerwehren meinte:
„Ich kann nur immer wieder an alle Bürgerin und Bürger appellieren, die Arbeit und den Einsatz der Feuerwehren wertzuschätzen – und vielleicht noch mehr:
Ihre gemeindliche Feuerwehr beizutreten und sie zu unterstützen. Sie tun Gutes und redet darüber – gut so!“

Werte Frau Zinnecker, da wo Sie einfach Recht haben, haben Sie nun mal Recht.
Nur wenn mir aus all meinen Erfahrungen die Feuerwehr einfach nicht liegt und mir das auch keinen Spaß macht, dann wird es für mich schwierig eine passende Freiwilligenleistung für die Gemeinde zu finden bzw. zu erbringen – zumal mir die Notfall Medizin mehr liegt.
Das Buch „Das Ende der Egogesellschaft“ das man bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 1 € erwerben kann durchleuchtete einmal die Thematik, was die Gründe dafür sind wieso Jemand Sterbebegleiter, Busfahrer/In oder sogar als Harz 4 Empfänger Bürgermeister wurde, wo als Endergebnis aber auch dabei herauskam, dass man nur das freiwillig machen sollte, was einem auch wirklich liegt.Das Ende der Egogesellschaft
Gut in der Notfallmedizin scheint es sich ganz einfach zu gestalten, wenn man freiwilliger Rettungssanitäter wird und an bestimmten Tagen sich auf den Rettungstransportwagen (RTW) setzt, um zu all den Notfällen zu fahren um helfen zu können.
Nun macht das Bayrische Rote Kreuz das aber Hauptberuflich und unterscheidet sich sehr stark von den Feuerwehren die das insgesamt freiwillig machen. Was soll ich mich also auf einen RTW setzen, wo wenn ich nicht da wäre das Jemand anderes beruflich machen würde?
Macht für mich jedenfalls keinen Sinn.
Ich kam dann einmal auf den Gedanken, dass wenn ich nur einen Funkwecker, einen kleinen Erste Hilfe Koffer und Beatmungsmasken hätte und es in Biessenhofen zu einem medizinischen Notfall kommen würde, ich innerhalb von 2 – 4 Minuten mit meinem Roller an jeder Einsatzstelle wäre, um das Zeitloch von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch eine professionelle Hilfe auffüllen zu können.
Mit genau diesen Gedanken fuhr ich dann zur Rettungsdienstwache nach Kaufbeuren, um den für die Freiwilligkeit Verantwortlichen das vorzuschlagen, sprich First-Responder.
Das was ich mir da aber anhören musste, würde ich mal als merkwürdig (Banane) bezeichnen, da ich mir gleich einen Vortrag über das Einrichten eines First-Responder Platzes dann 100.000 € von Nöten wäre und diese Wache auch ständig besetzt sein müsste und und und…
„Wegen Ihnen wird der Leitstellendisponent Ihren Funkwecker nicht auslösen nur weil ein medizinischer Notfall in Biessenhofen vorliegt“
waren seine letzten Worte.
Man muss ja nicht wirklich viel von Computern verstehen, aber wo wie was ausgelöst werden soll, kann man bei PC Programmen immer zuweisen und wenn das Stichwort in diesem Falle "Biessenhofen" heißt, dass dann unabhängig von dem wen der Leitstellendisponent meint alarmieren zu müssen im Hintergrund der Funkwecker bei mir ausgelöst werden würde.
So schwer kann das doch nicht sein und liege ich mit dem Gedanken wirklich falsch, wenn es doch nur um die Information geht, dass dort und dort ein medizinischer Notfall vorliegt?
Anscheinend nicht.
Denn nebst B5 Aktuell höre ich auch das ARD Nachtprogramm aus Halle an der Saale das ab 24 Uhr bis 6 Uhr früh zugeschaltet wird und dort von einem Projekt Namens
„Meine Stadt rettet“ berichtete.
Es ging darum, dass wenn Bürgerin und Bürger sich freiwillig als First-Responder beteiligen wollen, das Sie zuerst einen großen Erste Hilfekurs absolvieren müssten, um dann mit der Bescheinigung sich unter „Meine Stadt rettet.de“ anmelden zu können.
Dort erhält man dann eine App fürs Smartphone und nach der Freischaltung erhält der First-Responder auf seinem Smartphone nebst der Alarmierung die Informationen wo was passiert ist und kann zu diesen Ort hinfahren um dort Erste Hilfe leisten zu können, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Ne gute Sache also, wo die Kosten für einen Funkwecker dank Smartphone auf 0 € reduziert worden sind und so wie ich es dem Bericht entnehmen konnte alle Leistellen mit Ihrem Programmen bereits die Voraussetzung für solch ein freiwilligen Projekt besitzen um die Smartphone mit auszulösen.
Medizinische Notfälle treten immer plötzlich auf und die Zeitspanne bis Erste Hilfe geleistet wird ist mit 3 Minuten ziemlich knapp bemessen. Auch kann man den Rettungsdienst dahingehend keinen Vorwurf machen, dass je nach Entfernung von der Alarmierung bis zum Eintreffen im Durchschnitt 7,5 Minuten vergehen. Weil wüsste der Rettungsdienst schon im Voraus das z.B. am Montag um 9 Uhr in Biessenhofen ein Notfall passieren würde, dann wäre der Rettungsdienst schon um 8:45 Uhr vor Ort um den Notfall zu verhindern.
Klare Sache.
Da aber medizinisch Notfälle sehr plötzlich auftreten und keiner mit der Situation wirklich klar kommt, liegt an den Faktoren das es sich um Fremde, Familienangehörige oder Freunde handelt und da der menschliche Körper ne ziemlich komplizierte Geschichte ist, man aus Unwissenheit und Mitleid nichts falsch machen will und dann aus Angst in eine Schockstarre verfällt und das Endergebnis purer Stress ist – Stress der Ausdruck von Wir haben hier ein Problem aber keine Lösung und nun mach mal!!!
Da nach Albert Einstein aber alles relativ ist, gestalten sich die ca. 7,5 Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wie eine Ewigkeit, die die Sache noch verschlimmert. Mit den Kraftausdrücken wie ich es schon häufiger im Radio hören konnte, dass man bei einem medizinischen Notfall nur eines falsch machen kann, indem man nichts tut, wird man damit keinen anderen Menschen bekehren können, zumal ein Ersthelfer, Sanitäter oder Rettungssanitäter mit dem Fachwissen und Training den Notfall objektiv, sachlich und distanziert betrachten und dazu alle nötigen Maßnahmen einleiten kann.
Vielleicht kann man solch einen Spruch mal einäschern da dieser so ähnlich klingt wie: „Bei der Löwenfütterung kann man nichts falsch machen, außer den Löwen nicht zu füttern“ und wer will, wer hat noch nicht - jetzt den Löwen füttert?
\o/ Freiwillige vor!!! \o/
Ob solch ein neues Projekt im Allgäu Anklang findet, kann ich nicht sagen und ich weiß auch nicht was alles von Nöten wäre um so etwas ermöglich zu können, aber wenn es solch ein Projekt im Allgäu geben würde, ich wäre auf alle Fälle dabei.
Und Sie?
Meine Stadt rettet
Bis demnächst Thomas Borchert

Autor:

Thomas Borchert

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