Bauanfrage
Firma Wechsel darf Halle bauen

Erneut zu einer heftigen Diskussion im Gemeinderat hat die Bauvoranfrage der Firma Wechsel geführt. Nach eineinhalb Stunden stand der Beschluss: Das Unternehmen darf eine 40 mal 18 Meter große und bis zu 8,25 Meter hohe Halle bauen. Gegen die Stimme von Willi Baur erteilte der Rat das Einvernehmen. Das Landratsamt hatte bereits bei einem Vor-Ort-Termin Zustimmung signalisiert.

Hoch kochten die Emotionen im Dezember, als sich der Gemeinderat mit der Bauvoranfrage zur Errichtung einer Überdachung auf dem von der Wechsel GmbH genutzten Grundstück nahe dem Ortsteil Brugg zu beschäftigen hatte. Damals wurde der Vor-Ort-Termin mit dem Landratsamt vereinbart. Das Ergebnis: Eine Änderung der Platzierung innerhalb des Grundstücks. Die zuvor vorgesehene Überdachung jenes Weges, den dahinter liegende Anrainer als Zufahrt zu ihren Grundstücken nutzen, war damit vom Tisch.

Im Dezember hatten Nachbarn die Befürchtung geäußert, dass die Überdachung bald zu einer Werkhalle werde. Genau dies ist jetzt vorgesehen. Die nun im Gemeinderat behandelte Bauvoranfrage betraf eine Werk- und Lager-Halle. Durch die Wände soll ein besserer Schallschutz erreicht werden. Denn der von der Firma ausgehende Lärm ist seit längerem Streitthema.

So hatte schon im Dezember Gemeinderat Willi Baur, selbst in diesem Bereich wohnhaft, die Nichteinhaltung von Lärmschutz-Auflagen durch das Unternehmen kritisiert.

Durch den Neubau entstehe «schleichend ein Gewerbegebiet in einem Wohngebiet». Die Wohngebäude seien aber zuerst da gewesen, so Baur auch diesmal. Der Neubau schaffe eine weitere Konfliktsituation, deshalb könne er nicht zustimmen. Herbert Hörburger hielt dagegen fest, dass nur ein bestehender Lagerplatz überdacht werde und nun aufgrund des Lärms zur Halle werde: «Es entsteht dort aber keine Fertigungsstätte». Genau das glaubte Gebhard Baur nicht: «Da müssen wir uns nichts vormachen. Diese Halle wird eine Betriebsstätte».

Sowohl Willi Baur als auch einige Bürgerinnen monierten, dass sie Bürgermeister Johannes Buhmann schon vor Jahren auf Missstände aufmerksam gemacht, aber nie eine Antwort erhalten hätten. Dem hielt Buhmann entgegen, dass sich alle Gebäude im Außenbereich befinden und daher das Landratsamt zuständig sei.

Ein Betrieb dieser Größe gehöre nicht mehr in diesen Bereich des Ortes, sondern in ein ausgeschriebenes Gewerbegebiet, forderte Willi Baur. Das hat die Gemeinde derzeit aber nicht zu bieten, weshalb Sebastian Kitzelmann feststellte: «Wir sollten einen Gewerbebetrieb nicht wegschicken, wenn wir schon einen haben». Am Vortag der Diskussion im Gemeinderat habe es wieder starken Lärm gegeben, berichteten mehrere Anwohner in der Sitzung. «Aber das interessiert niemanden», klagte eine Nachbarin.

Gebhard Baur fasste aus seiner Sicht zusammen: «Die Politik kann nur definieren, was eingehalten werden muss. Die Gemeinde kann aber nicht kontrollieren. Bei Nichteinhaltung müssen die Betroffenen klagen».

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