Zukunftstechnologie
Fertigung von Teilen für Flugtaxis auf dem Kaufbeurer Bundeswehrgelände? Landtagsabgeordneter Pohl hält es für möglich

Bernhard Pohl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler aus Kaufbeuren.
  • Bernhard Pohl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler aus Kaufbeuren.
  • Foto: Mathias Wild
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Entsteht auf dem Bundeswehrgelände in Kaufbeuren bald eine Fertigung für Teile von Flugtaxis? Der Vorschlag stammt unter anderem vom Kaufbeurer Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler). Hintergrund ist der internationale Kampf um die Vorherrschaft in der Schlüsseltechnologie KI - Künstliche Intelligenz.

An der Technischen Universität München wird viel geforscht zur Künstlichen Intelligenz. Das Augsburger Forschungsnetzwerk MAI Carbon hat nun laut Augsburger Allgemeine vorgeschlagen, dass in Schwaben die Forschung in konkrete Fertigungen umgesetzt werden könne, und zwar mit einer Fabrik für die Fertigung von Leichtbauteilen für Drohnen und Flugtaxis. Bernhard Pohl hat gemeinsam mit seinem schwäbischen Landtags-Kollegen Johannes Hintersberger (CSU) den Vorschlag aufgenommen und unter anderem angeregt, dass auch auf dem Bundeswehrgelände in Kaufbeuren ein solches Fertigungswerk entstehen könnte. Gegenüber all-in.de hat Pohl jetzt dazu die wichtigsten Fragen dazu beantwortet.

Warum würde sich das Bundeswehrgelände in Kaufbeuren als Standort für den Bau von Flugtaxiteilen eignen?

Pohl: Hier wagen Sie aber einen gewaltigen Sprung in die Zukunft! Die Serienproduktion von Komponenten für Lufttaxis kann und soll am Ende eines Prozesses stehen, aber nicht am Anfang. Es geht nämlich um eine sinnvolle Ergänzung der von der Bayerischen Staatsregierung geplanten KI-Fabrik im Rahmen der Wissenschafts- und Hochschulinitiative. Während die Fabrik für Künstliche Intelligenz an die TU München angebunden sein soll, wollen wir in Schwaben dieses Projekt material- und anwendungsorientiert ergänzen. Daher haben wir den Staatsministern Aiwanger (Wirtschaft) und Sibler (Wissenschaft) eine KI-Werkstatt in Schwaben vorgeschlagen und dabei die beiden Standorte Augsburg (Fujitsu) und Kaufbeuren (Bundeswehrgelände) ins Gespräch gebracht.

Eine Serienfertigung von Komponenten könnte in etwa fünf Jahren realistisch sein. Ob und was davon in Augsburg und Kaufbeuren an den genannten Standorten stattfindet, muss man sehen. Die Endfertigung wird vermutlich in den beteiligten Unternehmen der Region stattfinden, die hierfür das technische Know-how vorhalten. Die Verlagerung von Produktionskapazitäten der Endfertigung an die Hallen der Bundeswehr halte ich für eher unwahrscheinlich.

Gibt es schon konkrete Vorstellungen, wie das Bundeswehrgelände in Kaufbeuren dafür umgebaut werden soll?

Pohl: Mein CSU-Kollege Johannes Hintersberger aus Augsburg und ich werden zunächst unsere Vorschläge mit den beiden zuständigen Ministern besprechen. Wenn wir sie davon überzeugen können, muss das Gesamtprojekt konkretisiert und der Raumbedarf festgestellt werden. Danach ist zu prüfen, ob sich das Bundeswehrgelände mit bereits vorhandenen, leerstehenden Hallen dafür eignet. Wenn dies der Fall ist, muss der Freistaat Bayern in Abstimmung mit der Bundesrepublik Deutschland als Eigentümer des Bundeswehrgeländes festlegen, ob die Einrichtungen zur Verfügung stehen und ob gegebenenfalls Umbaumaßnahmen notwendig sind. Wir müssen aber einen Schritt nach dem anderen machen. Von der konkreten Umsetzungsphase sind wir noch ein ganzes Stück weit entfernt.

Haben Sie sich schon mit der Stadt Kaufbeuren über Ihre Pläne in Verbindung gesetzt? Was sagt OB Bosse dazu?

Pohl: Wir haben weder den Augsburger Oberbürgermeister Gribl, noch seinen Kaufbeurer Kollegen Bosse kontaktiert. Das wäre auch derzeit noch verfrüht. Wir werden die Oberbürgermeister ebenso wie die Bundeswehr natürlich mit einbinden, sobald die Pläne konkreter werden und sich auf den Standort verdichten sollten. Ich möchte es aber nochmals betonen: Primär geht es um eine KI-Werkstatt in Schwaben und nicht um die Festlegung auf zwei bestimmte Standorte.

Inwiefern würde die Stadt Kaufbeuren von der Lufttaxi-Fertigung profitieren?

Pohl: Wo die Lufttaxi-Fertigung am Ende stattfindet, steht in den Sternen. Es geht hier zunächst um eine Werkstatt für Künstliche Intelligenz. Sollte Kaufbeuren hier tatsächlich zum Zug kommen, wäre dies natürlich ein Leuchtturmprojekt im Bereich von Forschung und Entwicklung. Damit sind Hightech-Arbeitsplätze verbunden, auch zahlreiche örtliche Unternehmen mit Spitzentechnologie könnten davon profitieren.

Inwiefern gehen Sie davon aus, dass Flugtaxis sich in Zukunft durchsetzen?

Pohl: Ob sich Flugtaxis in Zukunft durchsetzen, entscheidet der Markt. Wenn dies der Fall ist, wäre es natürlich wünschenswert, wenn sowohl Forschung und Entwicklung als auch irgendwann einmal eine Serienfertigung in Schwaben stattfinden und nicht an einem Standort zum Beispiel in Fernost.

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