Mobilfunk
Erweiterungen für neue Technik

Gleich an vier Standorten in der Gemeinde Germaringen wollen Mobilfunkanbieter ihre bestehenden Sendemasten aufrüsten, um beste Voraussetzungen für die neue Technik LTE (siehe Infokasten) zu schaffen. Bürgermeister Kaspar Rager informierte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates über die Pläne der Unternehmen Vodafon, O2 und Telekom. Im Gremium wurde die Nachricht zwar missmutig, aber auch ein wenig resignierend aufgenommen. «Das ist ein Kampf gegen Windmühlen», meinte Werner Schweitzer. Rager erklärte, er habe von den Anbietern weitere Erläuterungen über die Aufrüstung angefordert, aber keinerlei Auskünfte bekommen.

Andreas Kaufmann wandte sich mit einer Bitte der örtlichen Mobilfunkinitiative an das Gremium. Alexandra Romberg, eine der Aktiven, hatte Kaufmann ein selbst angefertigtes Plakat übergeben. Dieses zeigt die Gemeinde Germaringen samt deren Ortsteilen mit allen Mobilfunksendeanlagen. Zusätzlich eingezeichnet sind die besonders funkbelasteten Bereiche um die Sendeanlagen. Die Initiative wolle damit verdeutlichen, dass mit jeder Erweiterung, auch der für LTE, die Belastung für die Anwohner erhöht werde. Ziel sei es, ein funktechnisches Standortgutachten im Sinne der Immissionsminimierung auf den Weg zu bringen. «Wir dürfen nicht alles immer nur hinnehmen. Aber momentan haben wir überhaupt nichts in der Hand», meinte Kaufmann. Er forderte, ein Schutzkonzept zu erstellen und die Situation in Germaringen gemeinsam mit einem Experten noch einmal aufzurollen.

Diese Forderung kam bei den Kollegen im Gemeinderat aber nicht an. Georg Reisach etwa meinte, es gehe hier nicht um neue Standorte, sondern um bestehende Masten. «Und da haben wir einfach keine Handhabe», sagte er. Er erläuterte zudem, dass es genügend Bürger in der Gemeinde gebe, die eine Aufrüstung des Mobilfunknetzes wünschen. «Sie fordern ein flächendeckendes Netz, in dem sie einen Handyvertrag unterschreiben», so Reisach weiter.

Kaufmann erklärte, dass es ihm und der Initiative lediglich darum gehe, die Strahlenbelastung zu minimieren oder die Unternehmen zu Gesprächen an einen Tisch zu holen. «Niemand will Mobilfunk verhindern oder Masten absägen», meinte er weiter. Umstimmen konnte er die Mehrheit der Räte aber auch damit nicht. Rager erklärte, man habe Vertreter der namhaften Anbieter bereits bei den Ostallgäuer Bürgermeistern zu Gast gehabt.

Ergebnislos. Ein Mobilfunkkonzept sei für Germaringen derzeit nicht notwendig. Vor einigen Jahren habe man kurzzeitig geplant, Messungen zu veranlassen, über die Werte sei man sich aber auch so im Klaren. «Wenn tatsächlich ein neuer Mast gebaut werden soll, dann muss man sich nochmals Gedanken machen. Aber das ist momentan überhaupt nicht im Gespräch», erklärte der Bürgermeister. Man beschäftige sich trotzdem mit der Problematik und werde nicht alles ohne Rückfragen hinnehmen.

Letztlich gab Rager in diesem Zusammenhang noch bekannt, dass in Germaringen kein Sendemast für den geplanten Digitalfunk der Einsatz- und Rettungskräfte errichtet werden soll. (ses)

 

Der Sendemast in Obergermaringen soll für die neue Mobilfunktechnologie erweitert werden. Foto: Wild

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