Soziales
Erlebnisreicher Besuch auf dem Biohof in Eggenthal

Als Karl Pleyer die Pferde auf dem Biolandhof von Benno Bönisch an der Steige über Eggenthal sieht, gerät er ins Schwärmen. 'Ich kann ganz gut reiten und hier bin ich auch schon geritten', erzählt er. Pleyer ist einer von knapp 30 Menschen mit Behinderung, die mit ihren Betreuerinnen aus dem Dominikus-Ringeisen-Werk aus Ursberg auf den Hof kommen. Und sie feierten vor Kurzem ein Jubiläum, denn sie waren schon zum 20. Mal zu Besuch in Eggenthal.

'Ich war von Anfang an dabei', berichtet Helmut Trautmann stolz. Der 49-jährige gebürtige Wiedergeltinger lebt seit 41 Jahren in der Ursberger Einrichtung. Dort arbeitet er als Beifahrer eines Fahrers. Zu seinen Hobbys gehört neben der Musik das Ausfahren als Beifahrer bei einem Motorradclub.

Doch der alljährliche Besuch auf dem Hof von Bönisch stellt für ihn den Höhepunkt dar: 'Hier gibt es nette Menschen und nette Tiere', sagt Trautmann.

Der Bauernhof gehörte ursprünglich Alfons Sanktjohanser. Seine vier Kinder ergriffen ganz unterschiedliche Berufe. Tochter Anne Hörmann wurde zum Beispiel Heilerziehungspflegerin und fing vor 23 Jahren an, in Ursberg zu arbeiten.

Dort ist der erste Standort des Dominikus-Ringeisen-Werkes, der zu einem Netzwerk von Angeboten und Niederlassungen der Einrichtung gehört, das ein Domizil für Menschen aller Altersklassen mit Behinderungen ist. Diese leben und arbeiten in Ursberg.

Dort hatte Hörmann 1992 die Idee, mit einer Gruppe einen Bauerhof zu besuchen. Sie fragte bei ihrer Schwester Zenta Sanktjohanser an – der Ehefrau von Benno Bönisch. Das Paar fand die Idee gut. 'Prima, das machen wir, sagten wir uns', erzählt Bönisch.

Damals stellte der 55-Jährige Diplom-Designer den Hof gerade von konventioneller Produktion auf Bio um. Inzwischen betreibt er Mutter-Kuh-Haltung.

Großes Begrüßungshallo

Die Menschen mit Behinderung kommen immer noch mit Begeisterung. 'Da gibt es immer ein großes Begrüßungshallo und dann erst mal Kaffee und Kuchen', so Bönisch. Die Süßwaren backen seine Frau und Nachbarn, die ebenfalls zu Besuch kommen.

Danach gibt es den obligatorischen Spaziergang über den Hof, bei dem auch die Kühe, Hühner und Maschinen begutachtet und die Pferde gestreichelt werden sowie auf einer Zugmaschinen gefahren wird.

Anschließend grillen alle gemeinsam. 'Mir gefällt das alles sehr', resümiert der begeisterte Sportler Pleyer. Er hat deshalb einen Zierstab für Bönischs Garten gefertigt, den er als Gastgeschenk übergibt.

Vor der Abfahrt muss Bönisch versprechen, zum nächsten Sommerfest nach Ursberg zu kommen – und zusagen, dass die Ursberger nächstes Jahr wiederkommen dürfen.

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