Klimaschutz
Energieteam erarbeitet Einsparpotenziale in Maierhöfen - Arbeit soll fortgeführt werden

Die Arbeit des seit Januar 2010 bestehenden Energieteams soll auch nach der mittlerweile erfolgten Bestandsaufnahme und des anschließend erarbeiteten Klimaschutzkonzeptes fortgeführt werden. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig, wobei eine Teilnahme am European Energy Award - einem Programm zur Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Landkreisen und Gemeinden - derzeit nicht infrage komme. Edgar Nacken vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) stellte den Räten eine Bestandsaufnahme der Maierhöfener Energiebilanz vor.

Bevor Ende April ein Detailbericht an die Gemeinde übergeben wird, stellte Nacken bereits jetzt fest, dass die Argentalgemeinde nach der Ist-Analyse (sie umfasst die Jahre 2000 bis 2007) einen Erfüllungsgrad von 38 Prozent aufweise. Der Erfüllungsgrad zeigt an, in welchem Umfang die Gemeindeverwaltung bereits Projekte zum Klimaschutz vorangebracht hat, wie etwa durch gemeindliches Flächenmanagement, durch energieeffiziente Ver- und Entsorgung oder durch die Verfügbarkeit von Dachflächen für die Solarthermie oder die Photovoltaik. Bei einem Wert von 100 Prozent wären also alle gemeindlichen Möglichkeiten zum Klimaschutz komplett ausgeschöpft. Nacken: «Spitzenkommunen in Deutschland kommen hier auf einen Wert von etwa 80 Prozent, aber die arbeiten bereits seit mehreren Jahren an ihrer Energiebilanz.

In vergleichbaren Allgäuer Gemeinden finden wir Werte zwischen 17 und 38 Prozent. Maierhöfen ist hier also schon sehr weit.» Laut Nacken verbrauchte die gesamte Gemeinde im Jahr 2007 rund 50200 Megawattstunden Energie. Normal wären etwa 33000 Megawattstunden. Nacken führt den Mehrverbrauch auf energieintensive Einrichtungen, wie etwa die Futtertrocknung und das Feriendorf zurück. Von dieser Gesamtenergiemenge lassen sich 62 Prozent auf den Wärmebedarf, 29 Prozent auf den Verkehr und neun Prozent auf Elektrizität umlegen. Zwar gehe der Privatverbrauch an Energie stetig zurück, doch wird dieser mit einem Mehrverbrauch der Industrie wieder aufgewogen, weshalb die örtliche Wirtschaft unbedingt in den Klimaschutzprozess eingebunden werden müsse, so der Eza-Berater.

Das vorhandene Einsparpotenzial bezifferte Nacken wie folgt: Haushaltswärme minus 11,7 Prozent, Wirtschaftswärme minus 11,5 Prozent, Verkehr minus 5,3 Prozent und Strom minus 2,7 Prozent - jeweils vom derzeitigen Verbrauch heruntergerechnet. Der Eza-Berater nahm auch zur Windkraft Stellung: «Auch ohne Windkraft wären Sie in der Lage, bei der Nutzung sämtlicher vorhandener Potenziale alle Maierhöfener Privathaushalte autark mit Strom zu versorgen. Sollten Sie zusätzlich die Windkraft nutzen, wären Sie sogar Stromexporteur. Standorte hierfür haben Sie jedenfalls.» Auch hinsichtlich der Wärmeerzeugung wäre - langfristig und bei Umsetzung aller Einsparpotenziale und der Nutzung von Solarthermie - eine «vollständige Deckung des Wärmebedarfs im privaten Bereich möglich», so Edgar Nacken.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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