Projekt
Eine Kunst- und Kulturwerkstatt soll die Besonderheiten von Irsee hervorheben

Als Franz Abfalter und Volker Koneberg 2004 die Irseer Häusergeschichte 'Alt-Irsee' fertiggestellt hatten, kam ihnen die Idee, die interessantesten Gebäude mit einem Geschichtspfad zu verbinden und zu erläutern. Entsprechend dem Leitbild der Gemeinde und gekoppelt mit zeitgenössischer Kunst soll das Vorhaben jetzt im Zuge einer Kunst- und Kulturwerkstatt umgesetzt werden, berichtet Dritter Bürgermeister Bertram Sellner. Laut seinem Leitbild soll Irsee ein identitätsstiftendes Dorfbild haben und seine Geschichte erlebbar sein, betont Sellner. Da die Gemeinde mit über 35 000 Übernachtungen und 76 000 Tagesgästen pro Jahr obendrein eine regionale und überregionale Bedeutung habe, sah die Gemeinde auch eine Chance, dass das Vorhaben über das europäische Förderprogramm 'Leader' unterstützt werden könnte.

Tatsächlich sieht die lokale Aktionsgruppe Ostallgäu, die im Landratsamt für 'Leader'-Projekte zuständig ist, eine 'Stärkung des ländlichen Raumes' durch das Vorhaben, berichtet Geschäftsführerin Michaela Waldmann: 'Das Projekt ist sehr charmant und in dieser Form auch nur in Irsee möglich.

' Bereits jetzt habe Irsee eine außergewöhnlich hohe Zahl an sanierten und historisch interessanten öffentlichen und privaten Gebäuden – unter anderem das Kloster und das Gerichtshaus, Bayerns letzte Stockfabrik, eine Bäckerei, den früheren Pfarrhof oder das ehemalige Schützenhaus. Dazu gebe es in dem 'Künstlerdorf' bereits öffentliche Skulpturen und Plastiken sowie Kunstwerke, die die Gemeinde von einheimischen Künstlern ankaufte und ausstellt.

'Niederschwelliges' Angebot

Beide Komponenten könnten mit dem Projekt kombiniert werden, meint Gemeinderat Martin Hofmann, der das Konzept ausarbeitete. So soll die Kunst auf dem Pfad mit den historischen Stätten und Gebäuden verbunden werden, gleichsam als 'niederschwelliges' Kulturangebot.

Dabei sollen die Gebäude in der Gemeinde nicht nur als Wohn- und Nutzraum gesehen werden, sondern bewusst auch als Lebensraum, so Hofmann. Und dazwischen könnte zeitgenössische Kunst – bereits bestehende Werke von Christine Koch, Christian Rudolph, Peter Zeiler oder der 'Schule der Phantasie', aber auch neue – den Pfad auflockern.

Dabei soll die Irseer Bevölkerung in die Erstellung der neuen Kunstwerke einbezogen werden, erläutert Hofmann. Denn wichtig seien bei dem 'Leader'-Projekt Transparenz und Bürgerbeteiligung, wenngleich Details noch offen seien. Klar sei zumindest, dass am und im Gerichtshaus, am Meinrad-Spieß-Platz und am Dorfeingang Kunst entstehen soll: 'Damit jeder Besucher sieht: 'Im Dorf hat er es mit Kunst zu tun', so Sellner.

Rund 150 000 Euro sind für das Projekt eingeplant. Über ein Drittel davon könnte als Zuschuss aus dem 'Leader'-Programm kommen, wenn das Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft Kempten als Bewilligungsinstanz grünes Licht gibt. Im Frühjahr soll es mit einer Auftaktveranstaltung losgehen.

Mit dem Projekt werde das 'geschichtliche Erbe, zeitgenössische Kunst und intakte Natur in Irsee für alle erlebbar und in den Mittelpunkt gerückt', fasst Sellner Leitbild und Projekt zusammen. So könne die Gemeinde attraktive, originale und originelle Standortfaktoren bieten, um ihrer überregionalen Bedeutung Rechnung zu tragen, glaubt Hofmann.

'Irsee verschafft sich mit dem Projekt noch mehr Profil', ist sich auch Waldmann sicher.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ