Viehscheid
Ein schwieriger Alpsommer am Hochgrat findet in Maierhöfen den perfekten Abschluss

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Am Ende eines schwierigen Alpsommers stand ein perfekter Abschluss. So lautete das Urteil von Alpmeister Herbert Mader. Der Abtrieb der Herden vom Hochgrat nach Maierhöfen am Samstag ist problemlos verlaufen, das Interesse war enorm und das Festzelt tagsüber und abends restlos gefüllt. Gleich vier Kranzrinder verkündeten: Auf den Alpen gab es in diesem Sommer keinen größeren Unfälle. Ein Rind hatte sich ein Bein gebrochen, ein anderes war in einen Trog gefallen, konnte aber gerettet werden. So gab es Anlass genug, zu feiern. Und die Maierhöfener und ihre Gäste taten es am Wochenende ausgiebig.

Die Rinder standen noch am Hochgrat, da sorgten am Freitagabend die "Jetzendorfer Hinterhof Musikanten" für Stimmung im mit 1700 Besuchern vollbesetzten Festzelt in Maierhöfen. Zeitweise war kein Einlass mehr möglich. "Ein voller Erfolg" war der Abend denn auch aus Sicht von Winfried Holzer. Der Vorsitzende des Viehscheidvereins freute sich insbesondere darüber, dass Zwischenfälle ausblieben. Nur kurz gab es eine Schrecksekunde: Als nahe dem Festplatz der Blitz einschlug, fiel für wenige Sekunden der Strom aus. Doch das bereitstehende Notstrom-Aggregat wurde nicht benötigt.

Um 6.30 Uhr setzte sich am Samstag der Zug am Hochgrat in Bewegung: 200 Rinder wurden von 40 Treibern bis nach Maierhöfen geleitet. Die sonst übliche Strecke über Harbatshofen konnte, bedingt durch eine Baustelle, nicht gegangen werden. So kamen Hunderte Schaulustige in Rutzhofen, Heimhofen und Schönau in den Genuss, den Zug von ihren Grundstücken aus bestaunen zu können. "Das kriegen sie so schnell nicht wieder zu sehen", wusste Alpmeister Mader, der in der "Umleitung" kein Problem sah. Die Versorgung der Treiber auf der rund 25 Kilometer langen Strecke klappte hervorragend: "Viele Privatleute reichen uns was zum Trinken, eine Firma stellt Wurstsemmel und eine Apotheke ein ganzes Paket Traubenzucker bereit", so Mader.

Fiel auf den ersten Kilometern bis Steibis noch leichter Regen, so empfing Sonnenschein Herde und Treiber in Maierhöfen. Hier säumten geschätzt 2500 Menschen die Straßen, als der Zug nach gut vier Stunden eintraf. Bevor es am Nachmittag zur eigentlichen Viehscheid, also dem Aufteilen der Rinder auf die 14 Landwirte kam, wurden die Familien Jakob Loitz und Herbert Fink geehrt. Sie waren während des Alpsommers für die Tiere verantwortlich. Jakob Loitz ist inzwischen 75 Jahre alt. Er war in diesem Jahr letztmals für die Kälber auf der Alpe Schilpere verantwortlich.

"Ich habe den Eindruck, es werden in jedem Jahr mehr Besucher", stellte Elmar Stegmann fest. Vergleichen kann der Landrat durchaus, denn seit seinem Amtsantritt hat er keinen Viehscheid in Maierhöfen versäumt, was ihm ein Lob von Winfried Holzer einbrachte. Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter lobte wiederum die Hirten: "Sie sorgen dafür, dass die schöne Landschaft in den Alpen erhalten bleibt".

Erst zu trocken, dann zu nass

Das war in diesem Jahr nicht so einfach. Erst war das Frühjahr zu trocken, dann der Sommer zu nass. Das sorgte für Futtermangel und führte dazu, dass über 50 Rinder schon Ende Juli von den Alpen geholt werden mussten. Doch das war beim Viehscheid am Wochenende angesichts des perfekten Abschlusses des Alpsommers schon wieder vergessen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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