Portrait
Dr. Karl-Wilhelm Dehn (60) war viele Jahre lang Hausarzt in Röthenbach

Fast 30 Jahre lang war er für seine Patienten kompetenter Arzt, Ratgeber sowie Ansprechpartner und gab dabei dem Begriff 'Hausarzt' eine ganz auf sein Berufsverständnis zugeschnittene, konkrete Bedeutung. Seit Anfang April aber fehlt an der gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Monika Rigamonti betriebenen Gemeinschaftspraxis in Röthenbach der Name Dr. Karl-Wilhelm Dehn.

Nach insgesamt 34 Berufsjahren – davon 28 als niedergelassener Arzt in der Argentalgemeinde - ging der 60-jährige Mediziner in den Ruhestand. "Es war ein ganz herzlicher und auch intensiver Abschied von vielen meiner Patienten. Ein Großteil davon kam persönlich in der Praxis vorbei, nur um Auf Wiedersehen zu sagen", blickt der Mediziner auf seine letzten Praxistage zurück. Ganz aufs Altenteil hat er sich dennoch nicht zurückgezogen - er ist nach wie vor als Notarzt, im Notdienst seiner ehemaligen Praxis sowie in der Betriebsmedizin tätig.

Sein Medizinstudium absolvierte der gebürtige Eifler in Mainz und Innsbruck. Er erhielt 1978 die Approbation und promovierte nur ein Jahr später. Eine Karriere als Mediziner in der Verwaltung oder der Pharmaindustrie kam für Dehn nie infrage: 'Mein Herz hing immer am direkten Umgang mit den Menschen. Man wird gemeinsam mit seinen Patienten älter und behandelt schließlich die Kinder derjenigen, die man schon behandelt hat, als sie selbst noch Kinder waren.'

Für den begeisterten Bergsteiger ist es der berufliche Idealfall, 'wenn der Patient zu mir kommt und eigentlich gar nicht mehr viel sagen und erklären muss, weil ich schon weiß, um was es geht.

' Genau diese Nähe zum Menschen macht für Dehn den Reiz des Arztberufs aus, wobei er junge Leute durchaus dazu ermuntert, den Beruf 'Hausarzt' zu ergreifen: 'Es ist eine Tätigkeit mit vielen Facetten, die trotz ihrer in den letzten Jahren immer aufgeblähteren Bürokratie enorm viel Freude machen und Zufriedenheit vermitteln kann. So wie bei meinem bedeutsamsten Erlebnis als Arzt – der erfolgreichen Reanimation eines Säuglings, der heute ein ganz normales Leben führt.'

Zwar hat Karl-Wilhelm Dehn zuletzt einen Trend hin zu einem selbstständigeren und auch anspruchsvolleren Patienten festgestellt, doch die im Internet kursierenden Bewertungslisten für Ärzte hält der Mediziner für 'zu subjektiv und wenig hilfreich' auf der Suche nach dem passenden Arzt: 'Das funktioniert vielleicht in der unpersönlichen Großstadt, aber nicht hier bei uns auf dem Land.'

Einen bedeutsamen Bereich seiner ärztlichen Tätigkeit nahm und nimmt weiterhin der Einsatz als Notarzt ein. 'Das ist für mich wichtig, denn hier kann man mit persönlichem Engagement eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben des Patienten reduzieren.' Die Einsätze werden laut Dehns Erfahrung immer häufiger und betreffen hauptsächlich internistische Vorfälle, wobei auch im Westallgäu der riskante Umgang mit Alkohol zunimmt.

Was Karl-Wilhelm Dehn im Bereich der Notfallmedizin besonders freut, ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten: 'Die beherrschen ihre Handgriffe aus dem Effeff – ich stehe nie alleine da.' (sen)

Dr. Karl-Wilhelm Dehn

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