Versammlung
Diskussion in Ketterschwang über Probleme und Lösungen im Fleischer-Handwerk

Zwei große Probleme beschäftigen derzeit die Metzger der Fleischerinnung Kaufbeuren/Marktoberdorf und ihren Dachverband in Augsburg: Da ist zum einen die Sorge um den Nachwuchs und zum anderen jene um das Einfangen der davon galoppierenden Kosten.

Von Lösungsansätzen wusste Pressereferent Stefan Ulbricht vom Bayerischen Fleischerverband bei der Jahresversammlung der Innung, zu der Obermeister Ulrich Kuhn in den Gasthof Brem nach Ketterschwang eingeladen hatte, zu berichten. Reinhold Streicher von der Berufsschule in Kempten steuerte Informationen aus schulischer Sicht bei.

Eröffnet wurde die Versammlung mit der Ehrung zweier junger Damen. Ein Lichtblick vor der Diskussion aller Sorgen an diesem Abend. Daniela Schwarzenbach von der Metzgerei Hierhammer (Kaufbeuren) und Katja Bäßler von der Metzgerei Kuhn (Waal) wurden als Prüfungsbeste im Fleischereifachverkauf beziehungsweise Fleischerhandwerk geehrt. Katja Bäßler erreichte darüber hinaus den dritten Platz im diesjährigen Landesentscheid.

Die beiden ausgezeichneten Frauen mochten auch als Beweis dafür dienen, dass dem Fleischerhandwerk zu Unrecht der Makel von 'Blut, Schweiß und Tränen' anhaftet. Genau dieses Image aber ist es, das dem traditionsreichen Berufsstand seit geraumer Zeit Sorge bereitet, weil sich junge Leute eher für andere Berufe entscheiden. Der Fleischerverband steuert diesem Trend mit modernen Methoden entgegen.

So berichtete Stefan Ulbricht von der Beteiligung des Verbandes an der Ausbildungsmesse in Kaufering, die Ende September stattfand. Er bewertete das Ergebnis für die Fleischer als großen Erfolg.

In die Zukunft gerichtet waren auch andere Themen, die Ulbricht sehr engagiert bei den versammelten Fleischern vortrug. Zum Beispiel die Präsenz der Metzgereien im Internet und bei sozialen Netzwerken wie Facebook.

So gebe es bereits eine Metzgerei-App für Smartphones, mit der man auch in unbekannten Orten zielgerichtet die nächste Fleischerei finde. Über Facebook könne man außerdem den eigenen Betrieb bewerben. Auf jeden Fall, so Ulbrichts Rat an die Versammlung, solle man sich für das interessieren, was über die eigene Metzgerei gepostet werde.

Gut beraten sind, aus seiner Sicht, die Metzger auch mit den 'Rundum-sorglos-Paketen' des Verbandes für die Hygieneüberwachung und Kostenkalkulation. 'Nicht jammern, sondern die Preise genau kalkulieren', gab er der Versammlung mit.

Das ist auch dringend nötig, denn steigende Preise für Rohmaterial und Energie führten dazu, dass die Kosten für den Betrieb davonlaufen. Als besonders ärgerlich stellte Ulbricht den Ökosteuernachlass für energieintensive Unternehmen sowie deren Befreiung von der EEG-Umlage und Netzentgelten heraus.

Die heimischen Metzgereien, die nachhaltig produzierten und verkauften, könnten da nicht mithalten: 'Die Metzger zahlen die Billigwurst beim Discounter.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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