Kunst
Der Künstler Hans Günter Stephan (72) starb überraschend in Ebratshofen

Es gab in der Allgäuer Kunstszene der vergangenen Jahre kaum einen, der sich so rührig für die Kunst und die Künstler einsetzte wie Hans Günter Stephan. Unablässig entwickelte er Ideen und blickte voller Tatendrang nach vorn. Umso mehr erschüttert sein plötzlicher Tod. Stephan, der in Ebratshofen (Westallgäu) lebte, wurde 72 Jahre alt.

Von Beruf war Stephan, der in Südmähren geboren wurde und in Diessen am Ammersee aufwuchs, Volksschullehrer. Zuletzt amtierte er als Schulamtsdirektor. Nach seiner Pensionierung widmete sich Hans Günter Stephan ganz der Kunst – die er bis dahin in seiner freien Zeit betrieben hatte. Dabei beackerte er viele Felder: Er zeichnete, malte, fotografierte, schuf Holzschnitte, collagierte, fertigte Objekte und Installationen. Ein Multimedia-Künstler, der auf vielen Ausstellungen vertreten war.

2011 ließ sich Stephan zum Vorsitzenden des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Schwaben-Süd wählen. Er initiierte und organisierte unermüdlich Ausstellungen und betrieb damit Lobbyarbeit für seine Künstlerkollegen im besten Sinn. Wenn man ihn auf einer Ausstellung traf, wusste er immer von neuen Projekten zu berichten. Und stets war es ihm ein Anliegen, Kunst der Jugend nahezubringen.

'Das ist ein großer Verlust für den Berufsverband', sagt Dr. Karin Haslinger, die mit Stephan zusammen den Verein führte. Sie lobt ihn nicht nur als kreativen und kommunikativen, sondern auch als integrativen und teamfähigen Menschen. 'Eine große Persönlichkeit, mit der wir alle gern zusammenarbeiteten.'

Hans Günter Stephan scheute sich aber auch nicht, heikle Themen offen anzusprechen, Kritik zu üben und durch seine Forderung nach hohem Anspruch in der Kunst anzuecken. Zugleich bot er stets seine Hilfe an, um Probleme zu lösen. Auch als er das arbeitsintensive BBK-Amt Ende 2013 niederlegte, zog er sich nicht wirklich zurück. Gemeinsam mit dem Westallgäuer Heimatverein, für den er viele Jahre gehaltvolle Ausstellungen im Kornhaus Weiler organisierte, hob er etwa 2014 eine Fotokunstschau aus der Taufe.

Als Künstler wie auch als Kunstorganisator hatte Hans Günter Stephan den Finger am Puls der Zeit. Er war aufgeschlossen für neue Kunstkonzepte, lebte in der Gegenwart, den Blick in die Zukunft gerichtet. Sein Tod ist ein herber Verlust für die Allgäuer Kunstlandschaft.

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