Alltag
Das Leben nach dem Mandat von Irmlind Berg

Nein, den Ortsteil Seestall der Gemeinde Fuchstal will sie nicht mehr verlassen. Denn dort, in einem geräumigen Bungalow mit einem großen Garten und fast 1000 Quadratmetern Fläche, vielen Pflanzen, Blumen und Laubbäumen, einem gemauerten Kamin, grüner Natur und jeder Menge Wasser, fühlt sich die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Irmlind Berg (70) richtig wohl. Von 1992 bis 2003 saß Berg für die Fraktion der Sozialdemokraten im Landtag.

«Unspektakulär und schön»

Mandate in politischen Gremien sind jedoch für die Wahl-Fuchstalerin schon lange passé. Kein Wunder: Sie kümmerte sich sage und schreibe 36 Jahre - von 1972 bis 2008 - um die Anliegen der Bürger. «Es gibt auch ein Leben nach dem Mandat», hat ein guter Freund Irmlind Berg vor geraumer Zeit ins Stammbuch geschrieben. «Diese Aussage ist zu 100 Prozent richtig», bestätigt die mittlerweile 70-Jährige. Und sie ergänzt: «Ich führe ein unspektakuläres, aber sehr schönes Leben.» Dieses Leben spielt sich großteils in Seestall ab. Aber - und das ist neu bei der politischen «Fast-Pensionistin» - mehr denn je sitzt Berg jetzt am Computer.

Berg hat von Mitte der 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre in Gilching im Landkreis Starnberg «ein schnuckeliges, kleines Antiquitätengeschäft» betrieben. Doch Antiquitätengeschäft und Landtag, das wäre auf Dauer nicht machbar gewesen. So entschied sich Berg schweren Herzens, das Geschäft aufzugeben. Das geschah Schritt für Schritt ab 1994. Die Antiquitäten wurden in Kartons verpackt, nach Seestall gebracht, fachgerecht gelagert und von Berg selbst fotografiert und dokumentiert: «In Bild und Text im Computer, das habe ich ohne fremde Hilfe geschafft.» Gründliche Pflege, Instandsetzen und Erneuerung der Antiquitäten stehen nach wie vor in ihrem Terminkalender.

Doch die Reihen der Kartons mit den zum Verkauf vorbereiteten «Schätzen» haben sich zwischenzeitlich ziemlich gelichtet: «Es konnte schon Einiges an Privatleute verkauft werden», erzählt Berg.

Gerne auf Reisen

Irmlind Berg ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder, und zusammen mit ihrem Mann noch einen zweiten Wohnsitz: einen alten Bauernhof an der Nordsee. Überhaupt: Die ehemalige Landtagsabgeordnete schweift gerne in die Ferne. So wird sie 2011 noch zu einer Rundreise um den Baikalsee (Sibirien) aufbrechen.

Trotzdem kommt die Kommunalpolitik vor Ort, auch ohne Mandat, bei ihr nicht zu kurz. Sie ist seit 1968 Mitglied der SPD und führt seit einigen Jahren den Ortsverband Fuchstal/Kinsau: «Wir diskutieren vor allem über die alltäglichen Probleme und versuchen, den Leuten die Zusammenhänge zu verdeutlichen», erläutert Berg, die immer einen Aufnahmeantrag für die Partei in ihrer Handtasche mit sich führt. (eh)

 

Kaum ist die Sonne wieder öfter zu sehen, geht Irmlind Berg mit großem Elan in Seestall daran, den Winter aus ihrem großen Garten zu vertreiben, der eine Fläche von 1000 Quadratmetern einnimmt. Foto: Ernst Hofmann

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