Kommunikation
Bürgerinitiative wendet sich gegen Richtfunkmasten in Holzstetten

Lange hatte der Gemeinderat Eggenthal über eine von Bürgern gewünschte schnellere Internetverbindung diskutiert. Schließlich entschied er sich für eine Funklösung. Nun wollte das Gremium die Standorte für die drei Masten festlegen. Daraus wurde aber nichts, weil eine Bürgerinitiative aus Holzstetten einen Eilantrag zur Aufschiebung der Aufstellung der Masten überreichte. Der Gemeinderat verschob deshalb die Entscheidung.

Inzwischen haben bereits 84 Bürger aus Holzstetten den Antrag unterschrieben. Sie fordern mehr Aufklärung und befürchten eine höhere Strahlenbelastung. Insbesondere wenden sie sich gegen den geplanten Standort bei Stehlings. Denn die Weiler dort seien durch bestehende Mobilfunkmasten gut versorgt.

Ein weiterer Mast bringe unter anderem erhöhte Strahlenemissionen sowie Wertverlust der Grundstücke. Außerdem könnten die Masten mit weiteren Techniken aufgerüstet werden. Deshalb fordern die Bürger schriftliche Aufklärung über den Versorgungsvertrag.

Sie seien zwar bereit, einen Eigenbeitrag zur Glasfaserversorgung zu leisten, aber auch, ein Bürgerbegehren zu prüfen. 'Wir empören uns, weil uns unsere Gesundheit wichtig ist und wir mitbestimmen wollen', heißt es in dem Antrag.

'Aus allen Wolken gefallen'

Einige Gemeinderäte fielen angesichts der Initiative 'aus allen Wolken', wie Zweiter Bürgermeister Anton Sanktjohanser bemerkte. Das Gremium habe lange überlegt, welche Lösung für eine Internetversorgung der gesamten Gemeinde infrage komme.

In den über 20 Ortsteilen gebe es einige weiße Flecken, weshalb Bürger und vor allem Gewerbetreibende dringend eine schnellere Verbindung wünschten. Deshalb habe die Gemeinde an dem Breitbandförderungsprogramm des Landes teilgenommen und zwei Angebote erhalten, berichtete Bürgermeister Harald Polzer.

Während das Angebot für Glasfaser mehrere hunderttausend Euro kostet und räumlich nicht die Gesamtgemeinde abdecke, liege das Angebot für eine Funklösung bei 90 000 Euro und garantiere schnelleres Internet für alle Ortsteile. Der Gemeinderat entschied sich für die günstige und flächendeckende Funklösung.

Dafür hat sich das Gremium extern beraten lassen, den Entscheidungsprozess im Gemeindeblatt veröffentlicht und sogar eine Informationsveranstaltung organisiert. Gerade bei der Funklösung sei die Strahlenbelastung am geringsten, betonte Stefan Huber.

Wegen der Sendeleistung von einem Watt müssten aber die Masten auch etwas höher ausfallen, damit eine direkte Sichtverbindung möglich sei, erläuterte der Bürgermeister. Insgesamt sei das die 'strahlungsärmste und verträglichste Lösung', so Polzer.

Er verwies darauf, dass die Gemeinde, würde sie dem Anliegen der Bürger nachkommen, den Vertrag mit dem designierten Betreiber der Richtfunkanlagen kündigen müsste.

Und das wiederum sei mit einigen Kosten verbunden. Dennoch soll geprüft werden, ob eventuell der Ortsteil Holzstetten aus der Breitbandversorgung herausgenommen werden kann.

Der Gemeinderat will nun den Fragenkatalog der Bürger beantworten, sich selbst weiter informieren – und in knapp zwei Wochen eine Entscheidung treffen.

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