Zwist
Besitzer der Ruine in Stöttwang will gegen Abrissverordnung vorgehen

Erst wurde ein einsturzgefährdetes Haus in Thalhofen, das an der Staatsstraße liegt, von Amts wegen aus Sicherheitsgründen 'eingedrückt', nun soll es komplett entsorgt werden. Doch der Besitzer will sich wehren: 'Ich will versuchen, dagegen rechtlich vorzugehen', sagt er.

Die Geschichte seines Hauses sei eine Verkettung unglücklicher, aber auch bewusst herbeigeführter Umstände, meint der Mann. Der Besitzer hatte das Haus 1972 gekauft, wohnte darin und wollte dort einen Betrieb eröffnen.

Doch schon früh habe es Streit mit Nachbarn und der Gemeinde gegeben, teilweise mit juristischen Konsequenzen. Der Besitzer vermutet, dass daraus auch ein Interesse resultierte, sein knapp 1000 Quadratmeter großes Gelände als Bauland für eine Umgehungsstraße zu bekommen, wie es in einem Aufstellungsplan vorgesehen sei.

Zudem sei für sein Gebäude vom Landratsamt eine Veränderungssperre erlassen worden, nachdem seine Sanierungsmaßnahmen als 'Schwarzbauten' eingestuft wurden, berichtet der Eigentümer.

Das habe aber dazu geführt, dass er nichts an seinem Haus habe reparieren können. 2009 sei dann in das Gebäude eingebrochen und angeblich dessen Bausubstanz beschädigt worden – mit Vorsatz, meint der Besitzer.

Ihm hätten dann Zeit und Geld für eine Renovierung gefehlt. Das Landatsamt hatte deswegen 2010 das 'Eindrücken' des Hauses angeordnet – was ein Gericht bestätigt hatte.

Das habe etwa 7000 Euro gekostet, meint der Besitzer. Da er nicht habe zahlen können, blieb das Landratsamt auf den Kosten sitzen.

Der Eigentümer wollte das Haus wieder teilweise errichten, wie er sagt. Doch die Beschädigungen durch das 'Eindrücken' seien zu groß gewesen.

Das Landratsamt habe nun den kompletten Abriss des Gebäudes angeordnet. Der Grund dafür sei, so der Besitzer, dass verdrecktes Grundwasser aus nordwestlicher Richtung bergab in sein Grundstück laufe und sich dort ansammle.

Ablaufen könne es nicht, da die dortige Grundwasserpumpe nach einem Streit mit den Lechwerken nicht mehr in Betrieb sei.

Für Abriss, Entsorgung und Versorgung des Grundwassers müsse er mit Kosten bis zu 140 000 Euro rechnen: 'Das will, kann und werde ich nicht bezahlen.'

Jetzt will der Eigentümer Einspruch gegen die Anordnung einlegen. Sollte das nichts bewirken, will er Schadensersatz einklagen. Den Kampf um sein Haus will er weiterführen. Er sei auch gesprächsbereit – aber seine Argumente sollten auch ernst genommen werden.

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