Energie
Bauherr stellt Pläne für zwei Windräder in Friesenried vor

Nachdem der Gemeinderat Friesenried das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes eingeleitet hat, um die rechtlichen Voraussetzungen für zwei neue Windräder zu schaffen, stellten die potenziellen Betreiber nun der Öffentlichkeit ihre Pläne vor. Rund 70 Interessierte, darunter auch die Bürgermeister der VG-Gemeinden Baisweil (Thomas Steinhauser) und Eggenthal (Harald Polzer), waren in das Gasthaus 'Traube' gekommen, um sich die Vorstellungen anzuhören.

Friesenrieds Bürgermeister Bernhard Huber stellte zunächst klar, dass die Gemeinde die Windkraft zwar fördere, aber nicht als Investor auftrete. 'Wir sind für die Nutzung der Windkraft, aber gegen einen Wildwuchs', so Huber. Deshalb habe die Gemeinde auch aus der Reihe der Bewerber das 'Team Bürgerwindrad' gezielt ausgewählt.

'Die Landschaft wird schließlich beeinträchtigt, also sollten die Bürger auch etwas davon haben', erklärte er weiter. Zu dem Team gehören der Unterallgäuer Anton Blank, der bereits drei Windräder betreibt, die Bankkaufleute Wilhelm Schindele aus Eggenthal, der ebenfalls an einem Windrad beteiligt ist, Harald Roll aus Friesenried sowie der Bayersrieder Steuerberater Andreas Krumm.

'Nach dem Atomausstieg kann auf Windkraft nicht verzichtet werden', meinte Schindele, zumal die Energieform keine Ressourcen verbrauche. Das 'Team Bürgerwindrad' will nordwestlich von Salenwang in der Nähe des bestehenden Windrades zwei weitere bauen. Blank erklärte das Vorhaben: Eine Anlage soll rund 2300 Kilowatt Leistung haben und in Eigenbetrieb laufen, das zweite Rad wird eine Leistung von 3200 Kilowatt haben und als Bürgerwindrad betrieben werden.

Beide rund 200 Meter hohen Anlagen werde er zunächst auf eigene Kosten projektieren. Wenn alle Prüfungen bestanden seien, sollen sie ab 2014 Energie produzieren. Die Gesamtkosten lägen bei insgesamt rund zehn Millionen Euro, so Blank. Der Firmensitz werde in Friesenried sein, sodass die gesamte Gewerbesteuer vor Ort bleibe.

Um möglichst viele Neben- und Verwaltungskosten wie die sogenannte Prospektpflicht zu sparen, böte sich für das Bürgerwindrad die Gesellschaftsform einer Genossenschaft und Co. KG an, erläuterte Krumm. So können sich viele Bürger bereits mit einigen Hundert Euro an der Genossenschaft beteiligen, deren Kapital nur mittelfristig gebunden sei. Gleichzeitig biete diese Rechtsform ein großes Mitspracherecht. Zudem können weitere Bürger mehrere 10 000 Euro als Kapital in der Kommanditgesellschaft anlegen, so Krumm.

Die Raiffeisenbank der VG wolle das Projekt begleiten, versicherte Prokurist Stefan Hörmann. Denn das Modell betone die Bürgerbeteiligung und verzichte auf Gewinnmaximierung. Vielmehr solle die Anlage bei einer 20-jährigen Förderung und Mindestbetriebsdauer in rund zwölf Jahren abgezahlt sein, hofft Blank.

Dabei seien auch Rücklagen für die Entsorgung und diverse Versicherungen eingerechnet. Blank geht dennoch von einer jährlichen Rendite von drei bis 6,5 Prozent aus.

Sollte das Modell des Bürgerwindrades nicht zustande kommen, wolle er beide Anlagen betreiben, betonte der Hauptinvestor.

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