Porträt
«Ausdauer an den Tag legen»

«Man muss Ausdauer an den Tag legen», weiß Bürgermeister Bert Schädler, wenn man etwas erreichen will. Das gilt im Leben und mehr noch in der Politik. Seit gut 20 Jahren steht Schädler an der Spitze der Argentalgemeinde. Heute feiert er privat mit Verwandten, Gemeindeverwaltung und Gemeinderat seinen 60. Geburtstag im Pfarrheim.

Früher Sigrid Wille trainiert

Die Ausdauer hat er sich schon früh zugelegt, ob als erfolgreicher Radrennfahrer oder als Langlauf-Trainer, unter anderem von Sigrid Wille, der Maierhöfener Spitzenathletin. Bergwandern, Radfahren und Langlaufen macht er noch heute gern, sofern es Zeit und Gesundheit zulassen.

Eine schwere Krankheit hat ihn vorübergehend zurückgeworfen, weshalb er seine Ausschussaufgaben als Kreisrat und sein Amt als VG-Vorsitzender im Sommer abgab. Und er hat frühzeitig bekannt gegeben, dass er bei den nächsten Kommunalwahlen nicht mehr antreten wird. «Es gibt kein Zurück.» Bürgermeister sei ein Amt auf Zeit und 24 Jahre seien genug. «Es gibt viele junge Leute, die das ebenso gut machen können», sagt Schädler in ruhigem Tonfall. «Lange gesund bleiben», ist verständlicherweise der einzige große Geburtstagswunsch für die Zukunft.

Schicksalsschläge, die seinem Leben eine neue Richtung gaben, haben Schädler gelassen werden lassen.

Als Bäckerjunge begonnen

Mit 15 begann der gebürtige Wolfertshofener als Bäckerjunge bei Specht in Riedhirsch, wo er «viel fürs Leben gelernt» hat; über Bundesgrenzschutz und Zoll kam er, inzwischen Verwaltungsfachwirt, als Kämmerer zur Verwaltungsgemeinschaft Stiefenhofen und zum Abwasserverband Rothach.

1990 wollten die Freien Wähler ihn als Kandidat, um dem Röthenbacher Bürger eine Wahl gegen einen starken CSU-Bewerber zu ermöglichen. 53 Prozent stimmten für Bert Schädler als ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde. Dreimal wurde Schädler wiedergewählt, mit jeweils über 90 Prozent.

Vor allem Arbeitsplätze wollte er schaffen.Das große Gewerbegebiet in Wigglis zeigt, dass das Ziel umgesetzt worden ist. «Die Lebensqualität der Bürger in Röthenbach hat sich in den letzten 20 Jahren verbessert», meint Schädler zufrieden. Nicht zuletzt deshalb macht ihm die Arbeit für die knapp 1900 Einwohner nach wie vor Spaß.

Die Hochwasser-Freilegung des Tobelbachs war schon vor 20 Jahren ein Thema - und ist es immer noch. Schädler will das Millionenprojekt in den nächsten dreieinhalb Jahren bewältigen: «47 Gebäude im Ort sind gefährdet», wird er nicht müde, die Notwendigkeit herauszustellen.

Ausdauer muss man haben, vor allem in Verhandlungen mit der Bahn. Das weiß kaum einer besser als Schädler. Die Straßenführung unter dem Übergang in Oberhäuser ist mittlerweile für 2012 geplant. Es würde ihn freuen, dieses Kapitel noch abschließen zu können, wie es mit dem Busbahnhof heuer - nach 20 langen Planungsjahren - gelang.

Und wie schaltet Bert Schädler von der Kommunalpolitik ab? Er geht nach Hause und setzt seine Märklin-Modelleisenbahn in Gang.

 

Schicksalsschläge haben ihm Gelassenheit geschenkt: Bert Schädler vollendet heute das 60. Lebensjahr. Foto: Matthias Becker

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